Spezialkräfte
Afghanistan: Bundeswehr nimmt Terrorverdächtigen fest

Deutschen Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte ist in Afghanistan ein Schlag gegen die Taliban gelungen. Die Spezialkräfte stellten im Raum Feisabad einen "hochrangigen Terrorverdächtigen" und ließen ihn durch afghanische Sicherheitskräfte festnehmen.

HB BERLIN. Der festgommende soll für einen Anschlag auf deutsche Soldaten verantwortlich sein. Wie das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte, wurde bei der mehrstündigen Verfolgungsjagd ein deutscher Soldat verletzt. Verteidigungsminister Franz Josef Jung erklärte: "Jeder, der unsere Soldaten und die unserer Alliierten in Afghanistan angreift, muss wissen, dass er bekämpft und zur Verantwortung gezogen wird."

Jung sprach von einem "hochrangigen Terrorverdächtigen". Das Ministerium gab dessen Namen mit Abdul Rasek an. Er soll für einen Anschlag auf eine deutsche Patrouille am 26. Juni vergangenen Jahres, sowie für Sprengfallen-Planungen gegen ISAF vergangenen Juli und für den Anschlag auf den Konvoi eines Provinzgouverneurs im vergangenen November verantwortlich sein. Laut "Spiegel Online" gilt er als lokaler Anführer der Taliban im Bezirk Badakschan, der zum Einsatzgebiet der Bundeswehr gehört. Rasek würden auch enge Verbindungen zu den Taliban in Pakistan und zur Drogenkriminalität nachgesagt, schrieb das Online-Medium.

Die deutschen Spezialkräfte hätten mit dieser Operation zur Festnahme "ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt", erklärte Jung. Der verletzte deutsche Soldat wird laut Bundeswehr in Feldlager von Feisabad behandelt. Laut "Spiegel Online" ist er bei der Verfolgungsjagd im Gebirge ausgerutscht und nur leicht verletzt.

Den Angaben des Ministeriums zufolge haben deutsche ISAF-Spezialkräfte in der Nacht zum Donnerstag zusammen mit afghanischen Sicherheitskräften die Festnahme eingeleitet. Am Morgen sei Rasek in unwegsamem gebirgigem Gelände 60 Kilometer südöstlich von Feisabad gestellt worden. Laut "Spiegel Online" hat sich die Festnahme zu einer Verfolgungsjagd entwickelt, weil Posten den anfliegenden Hubschrauber bemerkt hätten und der Verdächtige in die Berge geflohen sei. Rasek soll laut Ministerium dem afghanischen Inlandsgeheimdienst in Kabul überstellt werden.

Auf die Bundeswehr sind in jüngster Zeit immer häufiger Anschläge verübt worden, hauptsächlich in der Nähe von Kundus. Bei einem dieser Überfälle kam erst vergangene Woche ein Soldat ums Leben. Der 21-jährige Hauptgefreite wurde am Donnerstag in Bad Saulgau beigesetzt. Jung rechtfertigte bei der Trauerfeier den Einsatz am Hindukusch. "Diejenigen, die jetzt an Rückzug denken, würden Afghanistan wieder in die Hände der Taliban geben", sagte er.

Seit Beginn des Einsatzes 2002 haben 32 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan ihr Leben gelassen.

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