Deutschland
Spiegel warnt vor dauerhaftem Streit über Antisemitismus

Mit Erleichterung hat der Zentralrat der Juden in Deutschland auf die Beilegung des Streits zwischen der EU-Kommission und den jüdischen Organisationen über Antisemtismus-Vorwürfe reagiert.

HB BERLIN. Zuvor hatte die EU-Kommission entschieden, die zunächst abgesagte Antisemitismus-Konferenz doch stattfinden zu lassen, nachdem sich der Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses dem EU- Kommissionspräsidenten Romano Prodi sein volles Vertrauen ausgesprochen hatte. „In einer Situation des in der Gewaltbereitschaft stetig steigenden Antisemitismus ist die Kooperation wichtiger als die Konfrontation“, sagte der Zentralrats- Vorsitzende Paul Spiegel dem „Handelsblatt“ (Freitag-Ausgabe).

Allerdings warnte Spiegel gleichzeitig vor weiteren Verstimmungen. „Es hat in den vergangenen Monaten einige Vorkommnisse gegeben, die zu erheblichem Befremden Anlass geben. Dies kann schnell zu dauerhaften Konfrontationen führen, die wir nötigenfalls auch durchkämpfen werden“, betonte Spiegel.

Hierzu gehörten unter anderem die von der Wiener EUMC in Auftrag gegebene und zunächst unterdrückte Antisemitismusstudie wie auch die unkontrollierte Finanzierung fragwürdiger palästinensischer Projekte. „Es gibt einigen Gesprächs- und Klärungsbedarf,“ sagte Spiegel. „Und dafür ist die Konferenz eine wichtige Gelegenheit, um sachlich und mit dem gebotenen Ernst nach einer Verständigung und gemeinsamen Initiativen zu suchen.“

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