Spionagegefahren wachsen

Maaßen wirbt für mehr Wirtschaftsschutz

Wirtschaftsspionage richtet jährlich Milliarden-Schäden an. Vor allem viele Mittelständler sind nicht ausreichend dagegen gewappnet. Deshalb wollen Staat und Wirtschaft ihre Kräfte für einen besseren Schutz bündeln.
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Warnt vor Wirtschaftsspionage: Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. Quelle: AFP
Hans-Georg Maaßen

Warnt vor Wirtschaftsspionage: Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen.

(Foto: AFP)

MünchenVerfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen hat vor wachsenden Gefahren durch Wirtschaftsspionage im Auftrag ausländischer Nachrichtendienste gewarnt. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen müssten weiter für solche Risiken sensibilisiert werden und Sicherheit möglichst zur Chefsache machen, sagte Maaßen auf der Jahresmitgliederversammlung des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) am Donnerstag in München.

Der Verfassungsschutz könne hier als Dienstleister fungieren, auch branchenspezifische Erkenntnisse über Bedrohungen oder konkrete Angriffe weitergeben und gegebenenfalls andere Firmen warnen, sagte Maaßen. Dafür sei es aber auch wichtig, dass die Unternehmen sich an die Behörden wenden und nicht aus Scham oder Sorge um ihren Ruf versuchen, solche Angriffe zu verheimlichen. „Wir sehen das nicht als Informations-Einbahnstraße sondern als Autobahn, auf der in beide Richtungen Informationen fließen.“

Gemeinsam wollen der Verfassungsschutz und der BDSW den Wirtschaftsschutz in Deutschland voranbringen. Dazu wurde bei der Veranstaltung eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Eine ähnliche Kooperation hatte der Verfassungsschutz bereits im vergangenen Jahr mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau auf den Weg gebracht. 

So müssen Geheimdienste draußen bleiben
Auto Transporter
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Auto-Transporter

Wer sensible Daten mit Kollegen oder Freunden über Online-Dienste wie Dropbox & Co. tauscht, läuft Gefahr, dass Spitzel und Hacker mitlesen. Eine smarte Alternative bietet der Speicher- und Synchronisationsdienst des US-Startups Connected Data. Bei dessen Transporter genannten Festplatten kann der Nutzer selbst bestimmen, welche Dateien per Direktverbindung automatisch und verschlüsselt mit den Transporter-Disks anderer Nutzer synchronisiert werden.

Preis: ab 299 Dollar


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Platten-Sperre
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Platten-Sperre

Wer verhindern will, dass Spionagesoftware die Passworteingabe für die verschlüsselte Festplatte aufzeichnet, sollte externe Speicher mit eigener Entsperrtechnik einsetzen – wie die DataLocker-Festplatte von Origin. Das Modell Enterprise 2.0 besitzt ein Tastenfeld für die Code-Eingabe und ist von der US-Technologiebehörde NIST unter anderem für den militärischen Einsatz zertifiziert.

Preis: ab 390 Euro


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Passwörter-Buch
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Passwörter-Buch
Wer kann sich noch die Passwörter merken, die er auf Hunderten Web-Seiten eingibt? Der MyIDkey des US-Startups Arkami hilft da weiter: Der USB-Stick, der sich nur über den eingebauten Fingerabdruck-Scanner aktivieren lässt, merkt sich sämtliche Benutzernamen und Passwörter, die der Nutzer in Web-Seiten eingibt – und füllt die Zugangsdaten bereits besuchter Web-Seiten automatisch in die vorgegebenen Eingabefelder ein. Via Bluetooth-Funk funktioniert das auch mit Smartphones.
Preis: 170 Dollar


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Merkel-Berry
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Merkel-Berry

Private Daten und Unternehmensinformationen hält die Spezialversion des Blackberry Z10 vom deutschen Sicherheitsspezialisten Secusmart strikt getrennt. Möglich macht das, neben Sicherungen im Betriebssystem, die Zusatz- verschlüsselung per Smartcard, die der Technik Secusuite gerade die Freigabe als Regierungshandy beschert hat.

Preis: 2500 Euro


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Sprech-Stelle
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Sprech-Stelle

Abhörsicher telefonieren, unabhängig von Handy oder Notebook, das ermöglicht das Sprachverschlüsselungssystem Topsec mobile des Berliner Spezialisten Rohde&Schwarz SIT. Die Krypto-Box mit eigenem Headset wird per Bluetooth mit internetfähigen Handys oder Computern gekoppelt und baut hochverschlüsselte Sprachverbindungen zu baugleichen Topsec-Modulen auf.

Preis: 2300 Euro

Abdruck-Analyst
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Abdruck-Analyst

Nicht ganz so sicher wie ein komplexes Passwort, aber deutlich komfortabler – und allemal besser als kein Zugriffscode: Das sind Fingerabdruckleser, die viele Business-Notebooks eingebaut haben, wie etwa das Thinkpad X1 Carbon von Lenovo.

Preis: 1470 Euro


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Email - Illustration
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Post-Geheimnis

Mit den Verschlüsselungsverfahren PGP und S/Mime gibt es wirksame Technologien, um elektronische Post gegen unerwünschte Mitleser zu sichern. Nur ist die Konfiguration gerade für Laien teils recht aufwendig. Einfacher und für den Unternehmenseinsatz geeignet sind Programme wie gpg4o des Softwarehauses Giegerich&Partner. Das Paket gibt’s als Erweiterung für Microsofts Outlook 2010 und 2013.

Preis: ab 94 Euro

Die Schätzungen zu Schäden durch Wirtschaftsspionage in Deutschland schwanken stark, fest stehe aber, dass sie „gewaltig“ seien, sagte Maaßen. Vor allem Cyber-Angriffe seien derzeit in aller Munde, dabei liege der Schwerpunkt noch immer bei Bedrohungen aus der realen Welt - durch illoyale oder frustrierte Mitarbeiter beispielsweise, die ihrem Arbeitgeber schaden wollen, durch eingeschleuste Gastwissenschaftler oder durch unvorsichtiges Verhalten, etwa auf Dienstreisen. 

Wer beispielsweise nach China reise und sein Unternehmen als potenzielles Ziel ausländischer Nachrichtendienste sehe, sollte auf die Mitnahme seines persönlichen Smartphones mit wichtigen Kontaktdaten verzichten und stattdessen lieber auf ein Einweg-Gerät zurückgreifen. Auch empfahl Maaßen, bei E-Mail-Kommunikation vor Ort vorsichtshalber nur Belanglosigkeiten auszutauschen. Gerade chinesische, aber auch russische Nachrichtendienste hätten den gesetzlichen Auftrag, ihrer jeweils einheimischen Wirtschaft Vorteile zu verschaffen und beschäftigten große Mitarbeiterstäbe.

Bei den Attacken gehe es nicht nur darum, an technisches Know-How, also die „Kronjuwelen“ der Firmen zu kommen, sondern teils auch darum, in Datenbanken einzudringen, Sabotage zu betreiben oder unliebsame Konkurrenten durch Kommentare im Netz in Misskredit zu bringen, sagte Maaßen.


  • dpa
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