Spitzengespräch
Tarifparteien ringen um Abschluss für Uniklinikärzte

Die Tarifgespräche für die 22 000 Ärzte an Unikliniken sind am Donnerstag in die möglicherweise entscheidende Runde gegangen. Ein neuer Vorschlag seitens der Tarifgemeinschaft sollte das Spitzengespräch zum Erfolg bringen.

HB DRESDEN. Der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Hartmut Möllring, traf sich in Dresden zu einem Spitzengespräch mit dem Chef des Marburger Bundes (MB), Frank Montgomery.

Am späten Abend deutete sich möglicherweise eine Annäherung an. Wie es am späten Donnerstagabend aus Verhandlungskreisen in Dresden hieß, wird über ein Gesamtpaket gesprochen. Die Entlohnung werde über dem Beamtentarif BAT liegen. Beide Seiten rechneten die Vorschläge noch durch, hieß es mehr als sieben Stunden nach Verhandlungsbeginn.

Bei einer Einigung könnten noch in der Nacht die Verhandlungskommissionen der Parteien zusammenkommen und die Details festzurren, sagte Sprecher des Marburger Bundes, Athanasios Drougias. Zudem ist die Zustimmung der Tarifkommissionen erforderlich. Vergangenes Wochenende hatte es bereits nach einer Annäherung ausgesehen. Neuerliche Gespräche am Dienstag waren aber ohne Ergebnis abgebrochen worden.

Sollte auch das Spitzengespräch in Dresden kein Ergebnis bringen, müssten sich tausende Patienten auf flächendeckende Dauerstreiks einstellen. Zwei Monate nach Streikbeginn kündigte der Marburger Bund von Montag an statt tageweisen Arbeitsniederlegungen einwöchige Streiks in 34 Uni-Kliniken und psychiatrischen Landeskliniken an.

Möllring kündigte vor Gesprächsbeginn einen neuen Vorschlag an, nannte aber keine Details: „Da muss man sehen, ob der Marburger Bund wirklich willig ist, einen Abschluss zu machen.“ Der MB äußerte sich vorsichtig optimistisch, betonte aber, dass man keinen Abschluss um jeden Preis wolle.

Montgomery erklärte erstmals seine Bereitschaft zu einem separaten Abschluss mit einzelnen Ländern, sollte sich die TdL nicht bewegen. Bereits heute seien die Gehälter in den Ländern sehr verschieden. „Deswegen kommt da am Ende mit Sicherheit nicht nur eine Zahl heraus, sondern viele Zahlen. Je nachdem, ob sie in Baden-Württemberg, Niedersachsen, in Bayern oder sonst wo arbeiten.“

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