Spitzenkandidat gesucht
Gerangel bei den Grünen

Wer wird Spitzenkandidat der Grünen? Renate Künast? Jürgen Trittin? Claudia Roth? Oder doch Cem Özdemir? Die Partei streitet über die richtige Wahl für die Wahl - und das in aller Öffentlichkeit.
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BerlinDie Rangelei bei den Grünen um die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl dürfte sich noch monatelang hinziehen. Fraktionschef Jürgen Trittin erwartet aber, dass ein kleiner Parteitag im April immerhin schon einmal das Verfahren und den Zeitplan festzurrt. Wer aber schließlich als Zugpferd im Wahlkampf präsentiert wird, soll erst im Januar 2013 zur Landtagswahl in Niedersachsen geklärt werden, wie er dem „Tagesspiegel“
sagte.

Parteichefin Claudia Roth war diese Woche vorgeprescht und hatte angekündigt, Spitzenkandidatin im Bundestagswahlkampf 2013 werden zu wollen. Sie warb zudem
dafür, eine Urwahl an der Parteibasis abzuhalten.

Trittin verzichtete darauf, zu eigenen Ambitionen Stellung zu nehmen. „Ich halte mich an den Rat, nicht öffentlich über Fragen zu debattieren, die wir intern zu klären
haben“, sagte er. Es gehe darum, 2013 die schlechteste Regierung seit Jahrzehnten abzulösen. Erst wenn das inhaltliche Profil klar sei, würden die Grünen auch die Köpfe dazu vorstellen.

Auch Roths Co-Vorsitzender Cem Özdemir mahnte die Partei zur Ruhe. „Wir müssen jetzt vor allem über Inhalte und Konzepte reden, weniger über Personen“, sagte
Özdemir „Zeit Online“.

Die Grünen-Bundstagsfraktionsvize Kerstin Andreae stellte klar, dass ihr ein Spitzenkandidat für die Bundestagswahl zu wenig sei. „Ich kann Claudia Roths Forderung nach einer Doppelspitze verstehen“, sagte Andreae der „Stuttgarter Zeitung“. Zudem stehe es den Grünen gut an, eine Frau nach vorne zu schieben.

Die Grünen diskutieren seit Wochen darüber, wie sich das Spitzenteam für den Wahlkampf zusammensetzen soll. Roth kritisierte in der „taz“ den Ton der Debatte. „Da
lief in letzter Zeit einiges unter unserem Niveau.“ Selbst persönliche Angriffe seien nicht mehr tabu gewesen.

Eine Urwahl kann einberufen werden, indem sich der Länderrat, der Bundesvorstand oder drei Landesverbände dafür aussprechen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Spitzenkandidat gesucht: Gerangel bei den Grünen"

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  • @lensoes

    "Lasst die Brisen wehen....."

    Ach, das Spiel spielen die Medien jetzt seit 30 Jahren: "Was die streiten sich" <kreiiiiiiiisch> - wo doch in Deutschland immer ein Führer bestimmt, wo's lang geht.

    Die Grünen haben ihren Streit trotzdem immer offen ausgetragen und ich finde das ganz okay, weil nun mal nicht alle die selbe Meinung haben.

    Das wiederum kann sich der kuschel- und harmoniesüchtige Durchschnittsdeutsche einfach nicht ertragen. Der steht eher drauf, zu gucken, wer am lautesten schreit und weiss dann, wem er nachzulaufen hat ...

  • Gerangel bei den Grünen?

    Ich hoffe, es wird wie immer ein menschlich erträgliches demokratisches, eisenhaltiges Hauen und Stechen.. Schliesslich sind die elder statesmen angekommen....

    Luft zum Atmen ist ja nach Joschkas Abgang in die lukrative Beraterwirtschaft genug vorhanden...

    Lasst die Brisen wehen.....

  • "und das in aller Öffentlichkeit."

    Oh G*ttohg*tt, wo sind bloss die "guten alten Zeiten" wo Politiker das noch in Hinterzimmern auskungeln konnten.

    Daß die sich aber auch nicht schämen, diese Grünen, mit solchen Fragen auch noch die "Öffentlichkeit" zu belästigen, ts ts ts ...

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