Spitzenkandidaten
Merkel und Steinmeier punkten weiter

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier haben sich weitere Unterstützung für die Bundestagswahl gesichert. Beide wurden auf Landesparteitagen als Spitzenkandidaten gewählt. In Sternberg spielte am Rande die untergegangene DDR plötzlich wieder eine Rolle, die Merkel zu heftiger Kritik an Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) reizte.

HB STERNBERG/POTSDAM. Die CDU-Vorsitzende griff in ihrer Rede den Ministerpräsidenten wegen dessen abwiegelnder Äußerungen zur DDR an. "Es ist völlig klar, dass die DDR auf Unrecht gegründet war", betonte sie. Das DDR-System habe auf Angst und Lüge beruht. Dem SPD-Politiker Sellering empfahl Merkel, "nicht vom Wesentlichen abzulenken".

Die Kanzlerin wurde von der CDU Mecklenburg-Vorpommern auf dem Parteitag in Sternberg bei nur einer Gegenstimme auf Platz Eins der Landesliste gewählt. Die 118 Teilnehmer einer Vertreterversammlung der CDU Mecklenburg-Vorpommern nominierten Merkel mit 99,15 Prozent der möglichen Stimmen als Spitzenkandidatin. 117 Teilnehmer stimmten für die Kanzlerin. Schon bei der Nominierung 2005 war Merkel mit 99,3 Prozent bei ebenfalls nur einer Gegenstimme gekürt worden. Die CDU-Vorsitzende hat ihr Bundestagsmandat seit 1990 im Wahlkreis Nordvorpommern, zu dem auch die Hansestadt Stralsund und die Insel Rügen gehören, immer direkt gewonnen, ohne den Listenplatz in Anspruch nehmen zu müssen.

Hinsichtlich der Finanzkrise bekräftigte Merkel auf dem Parteitag ihre Forderung nach Regulierung der Finanzmärkte, um zu vermeiden, dass sich ein solches Debakel wiederhole. "Es sind staatliche und internationale Regeln nötig, damit die Finanzbranche gezügelt wird", erklärte sie. Die umfangreichen Bankrettungsprogramme sicherten Spareinlagen der Menschen und unterstützten zudem die Wirtschaft mit dem Ziel, Beschäftigung zu sichern. Merkel warb dabei um mehr Vertrauen in die Arbeit der Bundesregierung bei der Krisenbewältigung.

Steinmeier greift CDU an

SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier führt die Brandenburger SPD in den Bundestagswahlkampf. Auf einer Landesdelegiertenkonferenz in Potsdam wurde er mit 116 gegen zwei Stimmen bei zwei Enthaltungen auf den ersten Platz der Landesliste gesetzt. Der Außenminister kandidiert erstmals für den Bundestag. Er tritt im Wahlkreis 61 in der Region Brandenburg an der Havel auch direkt an.

In seiner Rede gab sich Steinmeier siegesgewiss und griff vor allem die CDU an. "Alles, was die Union derzeit produziert, sind Bildbände über die Kanzlerin", sagte er mit Blick auf ein vergangene Woche erschienenes Buch. Dagegen seien alle Maßnahmen gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise der vergangenen Monate von den Sozialdemokraten angestoßen worden. "Konjunkturprogramm, Begrenzung der Managergehälter, Abwrackprämie - alles von uns", ergänzte Steinmeier.

Steinmeier erklärte, CDU und FDP hätten die Ursache der derzeitigen Wirtschaftsprobleme nicht verstanden. "Die Krise ist kein Betriebsunfall. Und das ist das, was die Schwarz-Gelben nicht wahrhaben wollen", sagte er. Die Krise sei mehr als ein Konjunkturprogramm, deshalb müsse die Antwort auch mehr als ein Konjunkturpaket sein. Erneut warnte der Kanzlerkandidat zudem davor, dass CDU und FDP den Atomausstieg rückgängig machen wollten.

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