Spitzenkandidatur
Künast strebt ins Rote Rathaus

Sie ist die beliebteste und bekannteste Politikerin der Grünen, ihre Kandidatur wurde von vielen geradezu herbeigesehnt. Nun könnte Renate Künast ihre Karriere krönen und die erste grüne Ministerpräsidentin der Republik werden: Die Grünen-Politikerin wird als Kandidatin in Berlin antreten. Die Wirtschaft sieht das wohlwollend.
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BERLIN. Morgen Abend ist es soweit: Im Berliner Museum für Kommunikation wird Renate Künast wohl ihre Spitzenkandidatur für die Wahl zum Abgeordnetenhaus im September 2011 erklären. Der Zeitpunkt könnte kaum besser sein, die Umfragewerte sind phänomenal. Maximale Aufmerksamkeit der Republik ist garantiert. Das Duell der Grünen-Fraktionschefin im Bundestag mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kann beginnen.

Die beliebteste und bekannteste Politikerin der Ökopartei, die im Bund bereits Ministerin war, könnte erste grüne Ministerpräsidentin der Republik werden - wenn es nicht vorher schon in Baden-Württemberg klappt.

Dass die 54-jährige Juristin aus Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen stammt, ist trotz Wowereits Anwürfen kein Hinderungsgrund. Ihre Wahlheimat ist Berlin, in der Partei wurde ihre Kandidatur geradezu sehnsüchtig erwartet. Offen bleibt wohl bis zur Wahl, mit wem sie regieren würde, wenn sie könnte: derzeit sind sowohl Grün-Rot als auch Grün-Schwarz möglich.

Zentraler Streitpunkt wird der Ausbau der Stadtautobahn

Die Wirtschaft der Metropole zeigt sich eher angetan als alarmiert. "Ich schätze Frau Künast als verlässliche, faire Gesprächspartnerin", sagt etwa IHK-Präsident Eric Schweitzer, im Hauptberuf Vorstand des Entsorgungskonzerns Alba und neuerdings Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung der Kanzlerin. Schweitzer beobachtet die Berliner Grünen seit langem. Als er 2009 auf ihrem Parteitag redete, strickte seine Frau zwischen den Delegierten einen grünen Schal. Natürlich hielt der IHK-Präsident der Partei ihre Verweigerungshaltung gegen den Weiterbau der Stadtautobahn A100 vor - doch die Stimmung blieb freundlich.

"Die Grünen sind deutlich wirtschaftsfreundlicher geworden und haben die Chancen erkannt, die in einer Weiterentwicklung der Green Economy stecken", sagte Schweitzer dem Handelsblatt. "Daran hat Frau Künast entscheidend mitgewirkt."

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