Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft machen Druck auf Politik
Unternehmen wollen weniger Steuern zahlen

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft drängen die Politik, endlich eine Steuerreform in Angriff zu nehmen, die die Unternehmen deutlich entlastet. Ein einheitliches eigenes Konzept haben sie jedoch nicht. Finanzminister Eichel blockte ab.

HB BERLIN. „Wir sind auf dem Sektor der Unternehmensbesteuerung nicht nur zu hoch, sondern auch zu kompliziert“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig-Georg Braun, am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft. Eine moderate und einfache Besteuerung würde als eine Initialzündung verstanden, um Deutschland nach vorne zu bringen und einen Stimmungswechsel zu erreichen.

Die Reform sei noch vor der Bundestagswahl 2006 notwendig. Doch bisher gebe es dafür weder aus der Koalition noch aus der Opposition Rückhalt, hieß es. In einer gemeinsamen Broschüre formulierten die Verbände über 180 „Grundsatzanforderungen“.

BDI-Chef Michael Rogowski sagte, die Wirtschaft würde sich zwar freuen, wenn es auch für die Bürger zu weiteren Steuersenkungen käme. Jedoch sei dort die Steuerbelastung nicht das Problem, sondern die Belastung durch die Beiträge für die Sozialsicherungssysteme. Nach Worten von Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt muss deshalb die Reform des Steuersystems mit einer Senkung der Lohnnebenkosten verbunden werden. Nur so könnten auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Verbands-Spitzen legten jedoch kein ausgearbeitetes Konzept vor, sondern betonten, zunächst nur einen Anstoß geben zu wollen. Nach Rogowskis Worten hat die Wirtschaft zudem schlechte Erfahrungen mit der Vorlage von ausgearbeiteten Konzepten gemacht. So habe der Bundesverband der Deutschen Industrie ein Konzept zur Reform der Gewerbesteuer präsentiert: „Alleine, dass das Modell von uns war, hat dazu geführt, dass die Politik es nicht wollte.“

Nach ihren grundsätzlichen Vorstellungen befragt, gaben die Chefs der Verbände durchaus unterschiedliche Positionen zu erkennen, die von einem einheitlichen Steuersatz auf alle Erträge bis zur dualen Einkommensteuer reichen. Welches Modell am besten geeignet wäre, müsse im Verlauf der Diskussion geklärt werden, waren sich die Vertreter der Spitzenverbände einig.

Seite 1:

Unternehmen wollen weniger Steuern zahlen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%