Spitzenverbände für Steuersenkung
„Mehr Netto für alle ist richtig“

Aller Kritik zum Trotz – die CSU rechnet mit einem Erfolg für ihr milliardenschweres Konzept zur Steuersenkung. Und tatsächlich: Zahlreiche Wirtschaftvertreter und Ökonomen unterstützen die Pläne von Parteichef Erwin Huber. Sie machen auch schon einmal Vorschläge zur Finanzierung.

HB MÜNCHEN. Trotz massiver Kritik aus den anderen Parteien hat die CSU-Spitze ein milliardenschweres Steuersenkungspaket beschlossen. Bürger und mittelständische Unternehmen sollen von 2009 an in drei Stufen um 28 Milliarden Euro entlastet werden. Profitieren sollen vor allem Arbeitnehmer mit mittleren und unteren Einkommen, Familien und Pendler, sagte Parteichef Erwin Huber am Montag nach einer Vorstandssitzung in München.

Weil das Konzept die Entlastung in drei Stufen vorsehe und der Hauptteil erst 2012 komme, sei es mit dem Ziel des ausgeglichenen Haushalts vereinbar. Huber sagte, bis 2012 würden die Steuereinnahmen nach Expertenmeinung um 100 Milliarden Euro wachsen. Davon wolle die CSU den Bürgern ein Drittel zurückgeben. „Das ist soziale Steuerpolitik.“

CSU-Vize Horst Seehofer ergänzte: „Hauptprofiteur des Wirtschaftswachstums ist der Staat.“ Es sei „überfällig“, den Bürgern einen Teil wieder zurückzugeben. „Immer mehr Arbeiter, Facharbeiter, Geringverdienende fallen in die Steuerprogression hinein“. Deshalb wolle die CSU „mehr Netto für alle, um damit deutlich zu machen: Leistung muss sich lohnen.“

Huber betonte auch, dass die CSU die Pendlerpauschale wieder in ursprünglicher Form einführen wolle: „Denn die Benzinpreise explodieren und wir wollen Politik machen für die fleißigen Menschen im Lande und deshalb ärgert mich das gar nicht, wenn SPD und Grüne dagegen sind, denn damit entlarven sie sich, dass sie Steuererhöhungen wollen, wir wollen Steuersenkungen.“ Wie das milliardenschwere Steuersenkungspaket gegenfinanziert werden soll, ließ der CSU-Vorsitzende offen.

Die CSU will in einem ersten Schritt Kindergeld und Kinderfreibetrag 2009 erhöhen und die Pendlerpauschale wieder einführen. Beides werde nach dem Existenzminimumbericht im September und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts sowieso kommen müssen, erklärte der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein. Die beiden weiteren, teureren Schritte kämen erst nach der Bundestagswahl 2009. Im Jahr 2010 soll der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer auf 8000 Euro pro Person steigen. Dadurch könnte eine vierköpfige Familie 32 000 Euro steuerfrei verdienen. Außerdem soll der Spitzensteuersatz künftig erst ab einem Einkommen von 60 000 Euro greifen.

DIHK unterstützt Huber gegen Merkel

Während die anderen Parteien massiv gegen die CSU und ihren Vostoß wettern, zeigen sich Wirtschaftvertreter und Ökonomen gar nicht abgeneigt. So wollen die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) offensiv für die Steuersenkungspläne werben. „Mehr Netto für alle ist das richtige Konzept“, sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun dem Handelsblatt. Handwerks-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer und BDI-Präsdient Jürgen Thuman unterstützen Hubers Steuersenkungspläne ebenfalls.

Braun sprach sich dafür aus die Steuersenkungen aus den Steuermehreinnahmen zu finanzieren, die bedingt durch die gute Konjunktur und die Mehrwertsteuererhöhung wachsen. „Das CSU-Konzept verlangt zu Recht, dass der Staat bei den Ausgaben umdenkt“, sagte Braun. Das Wachstum der Ausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden müsse hinter dem Wirtschaftswachstum zurück bleiben.

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