Spott im Netz Was von der Rösler-Reise bleibt

Rösler beim Joggen, Rösler vor der Golden Gate Bridge, Rösler vor Straßenbahnen: Der Wirtschaftsminister lässt keine Gelegenheit aus, lässig von seiner Reise ins Silicon Valley zu berichten. Das geht nach hinten los.
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So inszeniert sich Philipp Rösler
Rösler besucht die USA
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Wie das wohl werden wird?, scheint sich der jüngste Wirtschaftsminister, den Deutschland je hatte, vor dem Start seiner Reise in die USA zu fragen. Dort besucht Philipp Rösler mit Managern deutscher Startups Unternehmen wie Facebook & Co.

Rösler joggt vor der Golden Gate Bridge
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Doch dann wird alles viel entspannter. Wenigstens beim Joggen vorbei an der Golden Gate Bridge. Der Vizekanzler scheint - umgeben von Managern und Journalisten - Spaß zu haben.

Rösler vor der Golden Gate Bridge
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...und das Foto könnte schon fast bei einem Fotoshooting für einen Sportartikelhersteller entstanden sein...

Rösler besucht die USA
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Dann gibt es noch schnell sowas wie ein Klassenfoto mit Managern von deutschen Startups und IT-Firmen vor der San Mateo Brücke...

Rösler besucht deutsche Schule in Silicon Valley
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...und danach das echte Klassentreffen in der German International School of Silicon Valley in Kalifornien.

Rösler besucht Startup Unternehmen
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Noch mehr Gelegenheit für schöne Fotos: Beim Startup Unternehmen „Rocket Space“ fallen sich „Bild“-Chefredakteur und der deutsche Vizekanzler stürmisch in die Arme.

Rösler besucht Startup Unternehmen
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Auch wenn Herzen mit dem „Bild“-Chef O.K. ist: Das Outfit des Wirtschaftsministers bleibt konservativ - entgegen das vieler der Millionäre in Silicon Valley, die auch in Sweatshirt und Turnschuhen arbeiten gehen. Turnschuhe kommen für Rösler jedoch nur beim Joggen in Frage.

DüsseldorfAlle grinsen etwas peinlich berührt. Philipp Rösler macht ein kurzes Video mit der Vine-App. Er schwenkt sein Handy im Kreis. Recht belanglos, könnte man meinen. Doch ist es Ausdruck des coolen Röslers, des hippen Wirtschaftsministers, der mit deutschen Gründern durchs Gründerwunderland Silicon Valley tourt und so ganz nebenbei die neuesten Anwendungen von US-Firmen wie Twitter nutzt. #ImcoolstenLandderWelt ist sein eigener Hashtag zum coolen Deutschland, für das Rösler etwa auch bei seiner Rede vor Studenten der Stanford-Universität wirbt.

Er postet Bilder von sich Arm in Arm mit Unternehmern, wie er vor Straßenbahnen steht oder vor Flaggen posiert. Andere Bilder zeigen ihn beim Joggen mit den Gründern. Rösler zeigt sich sportlich und volksnah: Der menschliche Minister.

Doch genau diese Nähe wird dem Bundesminister, der zudem FDP-Chef und Vizekanzler in Personalunion ist, zum Verhängnis. Das Bild, auf dem Rösler den Bild-Chef Kai Diekmann umarmt, ist ein Renner in den Sozialen Netzwerken. Und ein Auslöser für Kritik von allen Seiten.

So schreibt Laura Himmelreich für stern.de: „Was man sieht, ist der Ausdruck einer politisch-publizistischen Win-Win-Situation. Kaum eine Zeitung berichtet so positiv über Rösler wie die "Bild". Und wenige andere Firmen werden so innig gepflegt vom Wirtschaftsminister wie der Axel-Springer-Verlag.“

Für die Bild-Zeitung ist Rösler schon länger Mr. Cool. Thorsten Denkler notiert auf süddeutsche.de: „Das sind eigentlich zwei Positionen, die innige Umarmungen zumindest in der Öffentlichkeit ausschließen sollten, wenn beide nicht irgendwann einmal zusammen in irgendeinem Krieg gekämpft und sich gegenseitig mehrfach das Leben gerettet haben.“ Haben sie nur nicht.

Eine Seite veräppelt die enge Beziehung der beiden mit Bildern von Mr. Burns und Kim Jong-un und der Grünen-Landtagskandidat Thomas Pfeiffer hat einen Sprechblasen-Generator erstellt, der jeden Nutzer seine eigene Interpretation der Situation erstellen lässt. Zwar hat Diekmann mit einer eigenen Seite, auf der er alle Gründer umarmt, augenzwinkernd reagiert: Doch Rösler hilft das nicht.

Denn er posiert schließlich auch Arm in Arm mit Dietrich von Klaeden, zuständig für Public Affairs bei Axel Springer. Beide kassieren dafür einen Kommentar, in dem eine Nutzerin die kritische Distanz vermisst:

Das überträgt sich ebenfalls auf die Termine mit den Branchengrößen der USA. Rösler postet ein Bild mit der Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. Und wird daraufhin ermahnt:

Dabei hat die Reise für die beteiligten Gründer vor allem Vorteile: Sie können neue Kontakte knüpfen, Netzwerke stärken und sich präsentieren. Die prominente Unterstützung des Ministers hilft dabei. Doch die Rösler-Show kann Konsequenzen haben, wie auch Jens Tönnesmann für die Wirtschaftswoche schreibt. So ärgern sich auch einige Unternehmer:

Und doch zielt die Kritik vorbei: Natürlich ist es ärgerlich für die Start-Ups, dass sie in der Aufmerksamkeit untergehen. Die Selbstdarstellung Röslers, die schon mit den berühmten Times-Square-Fotos des Ex-Ministers Guttenberg verglichen wird, ist zurecht ein Thema. Das finden auch die Twitter-Nutzer. So reagierte manch einer mit Häme auf die Twitter-Nachrichten Röslers:

Auch an den Besuchen des Ministers bei den Start-Ups und den Branchengrößen hagelte es Kritik:

Manche zweifelten gar den Nutzen der Reise an, bevor sie begonnen hatte:

Doch auch wenn in der Öffentlichkeit das Bild eines urlaubenden, bemüht coolen Wirtschaftsministers hängen bleibt - für die Gründer scheint sich die Reise gelohnt zu haben. Immerhin.

Und der Minister selbst hat auch etwas mitgenommen vom „Spirit des Silicon Valley“:

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17 Kommentare zu "Spott im Netz: Was von der Rösler-Reise bleibt"

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  • Alles leider nicht zutreffend: Wer Unternehmer ist, wer sich wagt etwas aufzubauen und wem Innovation etwas bedeutet, der sollte sich glücklich schätzen, endlich mit Rösler einen Minister zu haben, der sich glaubwürdig für Zukunftsthemen einsetzt. Das macht sonst keiner! Es gibt keinen Grund die dt. Start-up Szene zu verstecken, auch nicht im Valley. Wer sich benimmt wie ein Würstchen, der wird auch so behandelt.

  • WER soll Sie Depp denn noch wählen?

  • .. und ich dachte, Trollen wäre hier unerwünscht? Ach - was wäre das Leben so schön, wenn sich jeder zunächst erst einmal auf seine Sache, sein Leben und seine Verantworten besinnt, bevor er oder sie andere Leute diffamiert ....

  • Wer hat denn geglaubt das diese NULL etwas vernünftiges auf die Beine stellt.Der sollte endgültig abtreten.Geld aus geben für die Selbstdarstellung kann jeder.Geld zusammenhalten und sinvoolverwendensteht auf einem anderen Blatt.Aber das sind Fremdworte,in Dessen Sprachgebrauch nicht enhalten.Diese Reise wäre etwas für den Bundesrechnungshof.Aber wegen Geheimhaltung würde Rösler das Verhindern.(Verteidigunsminister)

  • Was bringt der Mediziner in seinem Wirtschaftsministerium denn zustande?

  • @dickbert

    Nein, so ist es diesmal nicht. Hier macht sich mal jemand selbst zur Lachnummer. Würde das HB dies nicht aufgreifen bzw. versuchen, so ein Auftreten auch noch als seriös darzustellen, dann wäre das schlicht unangemessen.

    Ich erinnere mal ganz nebenbei daran: Dasselbe Amt, das jetzt von Phiffi ausgeübt wird, war einst das von Ludwig Erhard.

  • Bravo, immer auf Rösler draufschlagen, da weiß man mehr als 90% der Bevölkerung hinter sich. Am besten unter die Gürtellinie, da lacht das Volk am meisten.

    Sachliche Betrachtungen sind viel zu langweilig. Wer interessiert sich schon dafür, dass Deutschlands Wirtschaft bis jetzt ziemlich gut durch die Krise gekommen ist. Rösler muss sofort abgewählt werden, damit es uns endlich auch so schlecht wie den roten Franzosen geht!

  • Schade. Schade dass die positiven Aspekte einer solchen Reise nicht genügend gewürdigt werden. Die Unternehmer haben ihre Reisekosten selber bezahlt, um ihre Chancen zu verbessern, die Netzwerke weiter aufzubauen und neue Perspektiven zu erlernen. Die Idee war gut, die Ergebnisse für unsere digitale Wirtschaft durchaus erkennbar.

  • Die deutsche Presse inkl. dem Handelsblatt widert mich an. Anstatt sachlich über diese wichtige Reise und deutsche Chancen zu berichten, geht's hierzulande nur um Yellow-Press Themen. Was soll das? Sitzt eigentlich nur noch Pöbel in den Redaktionen? Oder gibt es auch noch kompetente Berichterstatter, die sich zu den vordergründigen Themen äußern wollen?

  • Wir hatten noch nie solche dümmlichen und vom nichtskönnen geprägte Politiekr wie seit 15 Jahren
    Armes Deutschland

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