Sprengsätze in Regionalzügen
Zweiter Bahn-Bombenleger stellt sich

Auch der zweite der beiden mutmaßlichen Bahn-Bombenleger ist gefasst: Der zuletzt in Köln wohnende 19 Jahre alte Libanese hat sich nach der Flucht in seine Heimat den dortigen Behörden gestellt. Nun versucht die deutsche Justiz, eine Auslieferung des Mannes in die Bundesrepublik zu erreichen.

HB KARLSRUHE. Eine Sprecherin von Generalbundesanwältin Monika Harms sagte am Donnerstag, Jihad Hamad habe sich am Morgen in der zweitgrößten libanesischen Stadt Tripoli der dortigen Kriminalpolizei gestellt. Die Bundesanwaltschaft bemühe sich bereits um die Auslieferung des Mannes nach Deutschland. Am Vorabend war gegen ihn Haftbefehl erlassen worden. Nach Angaben des Bundesjustizministerium ist eine Auslieferung möglich, obwohl es kein entsprechendes Abkommen mit dem Libanon gibt. Ein solches Verfahren könne auf diplomatischem Wege laufen.

Jihad Hamad soll zusammen mit dem ebenfalls aus dem Libanon stammenden angehenden Studenten Youssef Mohamad zwei Sprengsätze in Rollkoffern in Regionalzügen deponiert waren. Die Bomben - bestehend aus Gasbehältern, Benzinflaschen und einem Wecker - wurden in Koblenz und Dortmund entdeckt. Techniker des Bundeskriminalamts (BKA) fanden heraus, dass die Sprengsätze nur wegen handwerklicher Fehler der Konstrukteure nicht hochgingen.

Der Komplize Hamads war am Wochenende auf dem Kieler Hauptbahnhof festgenommen worden, als er sich offenbar nach Dänemark absetzen wollte. Er absolvierte in der Hansestadt ein Studienkolleg, um an der dortigen Fachhochschule Mechatronik zu studieren. Beiden wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen sowie vielfacher versuchter Mord und die versuchte Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung fanden Polizei und BKA in der Kölner Wohnung von Jihad Hamad eine Reihe von Beweisen. In dem Appartement im Stadtteil Ehrenfeld seien Drähte, unfertige Zündvorrichtungen und Brandbeschleuniger entdeckt worden, wie sie zum Bau der beiden Ende Juli in Zügen aufgefundenen Kofferbomben verwendet wurden. Die Ermittler gingen davon aus, dass die Libanesen die Kofferbomben in der Kölner Wohnung zusammengesetzt haben.

Der mutmaßliche Bahn-Bombenleger Youssef Mohamad sitzt nach Medienberichten inzwischen im Gefängnis Berlin-Moabit in Untersuchungshaft und wird vom BKA in dessen Außenstelle am Treptower Park verhört. Nach seiner Festnahme in Kiel war er zunächst in Neumünster in Schleswig-Holstein inhaftiert worden.

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