Sprengsätze in Regionalzügen
Zweiter „Kofferbomber“ offenbar entwischt

Der zweite der beiden Bahn-Bombenleger soll identifiziert worden sein: Nach Medienberichten handelt es sich um einen Mann, der wie der bereits gefasste Attentäter aus dem Libanon stamme und zuletzt in Köln wohnte. Allerdings soll es dem zweiten Verdächtigen gelungen sein, sich abzusetzen.

HB KÖLN. Wie die „Berliner Morgenpost“ und der WDR am Dienstag übereinstimmend berichten, haben die Behörden den zweiten der beiden Männer identifiziert, die auf dem Kölner Hauptbahnhof mit Kofferbomben gefilmt worden waren.

Nach Informationen der „Morgenpost“ ist der zweite Bombenleger 20 Jahre alt. Der WDR berichtet, eine Einsatzhundertschaft der nordrhein-westfälischen Polizei sei in der Nacht zum Dienstag von Bonn nach Köln gestürmt, um den Verdächtigen festzunehmen. Allerdings sei der Mann nicht zuhause gewesen. Nun werde vermutet, dass sich der Bombenleger in den Libanon abgesetzt habe. Die „Morgenpost“ beruft sich bei ihrem Bericht auf hohe Sicherheitskreise, der WDR auf Polizeikreise. Der WDR zitiert zudem einen Sprecher der Bundesanwaltschaft , der die Polizeiaktion in Köln weder habe dementieren noch bestätigen wollen.

Gestützt werden die Medienberichte allerdings davon, dass die nordrhein-westfälische Polizei und das Bundeskriminalamt mit einem großen Aufgabot am Dienstag ein Mehrfamilienhaus im Kölner Stadtteil Ehrenfeld durchsuchen. In dem dreistöckigen Gebäude wird die Wohnung des zweiten Täters vermutet. Vor dem Haus standen mehrere Polizei-Busse und zahlreiche Beamte.

Der Komplize des gesuchten Bombenlegers, ein 21 Jahre alter Libanese, war am Sonnabendmorgen auf dem Kieler Hauptbahnhof festgenommen worden. Offenbar wollte er sich mit dem ersten möglichen Zug nach Dänemark absetzen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die beiden Männer waren Ende Juli in Köln in Regionalzüge gestiegen und hatten darin Sprengsätze deponiert, die wegen technischer Mängel jedoch nicht detonierten.

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, hatte sich am Montagabend mit Blick auf den zweiten Täter optimistisch gezeigt, „dass wir auch hier einen schnellen Fahndungserfolg haben werden“. Er warnte: „Solange wir ihn nicht gefasst haben, bleibt hier eine Gefahr. Das heißt, die Gefahr dauert an. Wir können nicht absehen, ob er nicht möglicherweise im Sinne seiner Anschlagsplanung weiter denkt.“

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