Spritpreis-Vergleich
Was die Transparenzstelle Autofahrern bringt

Die Spritpreise werden auf Vergleichsportalen im Internet veröffentlicht. Zudem sollen Autofahrer Programme für Smartphones und Navigationsgeräte nutzen können. Das Gesetz dürfte noch in diesem Jahr in Kraft treten.
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BerlinAutofahrer können in Zukunft vor der Fahrt zur Tankstelle Spritpreise verlässlich vergleichen. Dazu soll beim Bundeskartellamt eine sogenannte Markttransparenzstelle geschaffen werden, an welche die 14.000 Tankstellen im Land Preise und Preisänderungen melden müssen.

Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundestag heute beschlossen. Ziel ist es, den Wettbewerb unter den Ölkonzernen zu beleben.


Welche Aufgaben hat die neue Markttransparenzstelle? Tankstellen sollen ab kommendem Jahr in Echtzeit Preise und Preisänderungen an das Bundeskartellamt übermitteln. Bei der Transparenzstelle werden diese Informationen in einer Datenbank erfasst. Neben mehr Wettbewerb soll dies auch dafür sorgen, dass die Wettbewerbshüter etwaige unzulässige Preisstrategien der Mineralölkonzerne aufdecken können. Nach dem Willen der Regierung soll das Gesetz noch in diesem Jahr in Kraft treten. Der genaue Start der Transparenzstelle ist allerdings noch offen.

Neben der Transparenzstelle für den Tankstellenmarkt ist noch eine weitere vorgesehen, welche die Preisbildung auf dem Markt für Strom und Gas überwachen soll - allerdings nur auf der Stufe des Großhandels. Ziel ist es auch hier, etwaige Wettbewerbsverstöße oder Marktmanipulationen aufdecken zu können.


Wo können Autofahrer künftig die Spritpreise der Transparenzstelle abrufen? Künftig werden Spritpreis-Vergleichsportale im Internet, Programme für Smartphones oder auch Navigationsgeräte in Autos auf die Daten zugreifen können. Die Preisdaten kommen damit nicht direkt vom Bundeskartellamt zu den Verbrauchern, sondern indirekt über private Verbraucherinformationsdienste, welche Preisvergleichsseiten oder Smartphone-Apps betreiben. Diese rufen die Daten der Markttransparenzstelle ab. Dann können sich Endverbraucher am Computer zu Hause oder per Handy über die Spritpreise an Tankstellen in ihrer Nähe informieren.

Zwar gibt es ähnliche Angebote auch schon bisher. Dort werden die Preise aber in der Regel von Tankstellenkunden eingestellt und sind oft nicht aktuell. Die Daten der Transparenzstelle werden ungleich verlässlicher sein und haben eine Art offiziellen Charakter.

Werden Benzin und Diesel mit der Markttransparenzstelle billiger? Deutlich sinken dürften die Spritpreise auch mit Einführung der Transparenzstelle nicht, da diese sich neben Rohstoff- und Beschaffungskosten sowie der Gewinnspanne der Ölkonzerne auch zu einem erheblichen Teil auch aus staatlich festgelegten Steuern zusammensetzen. Allerdings könnten sich Branchenexperten zufolge die teils massiven Preisausschläge an den Tankstellen etwas einebnen, die es auch im Verlauf einzelner Tage geben kann. Für Autofahrer rechnet es sich zudem fraglos, beim Tanken immer die günstigste Tankstelle in der Nähe anzusteuern.

 
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Spritpreis-Vergleich: Was die Transparenzstelle Autofahrern bringt"

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  • "Für Autofahrer rechnet es sich zudem fraglos, beim Tanken immer die günstigste Tankstelle in der Nähe anzusteuern."

    Fraglos nicht nur ein flach gedrechselter Satz, sondern auch eine Binsenweisheit.

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