„Staat muss tätig werden“
Auch Schäuble will Managergehälter deckeln

CDU-Innenminister Wolfgang Schäuble unterstützt die Forderung des scheidenden Vizekanzlers Franz Müntefering (SPD) nach gesetzlichen Höchstgrenzen für Managergehälter. Dafür hat sich Schäuble harschen Protest aus den eigenen Reihen eingehandelt.

HB BERLIN. Wenn einige Unternehmen sich nicht an den freiwilligen Kodex der deutschen Wirtschaft halten wollten und ihre Vorbildfunktion missachteten, „dann muss der Staat eben tätig werden“, sagte Schäuble dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.

„Wir sollten uns da heraushalten“, erwiderte der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand in der Unions-Fraktion, Michael Fuchs. „Wenn wir die Gehälter der Topleute beispielsweise auf das 20-Fache des Lohns der Geringverdiener in einem Unternehmen beschränken wollen, dann können wir Deutschland zumachen.“

Fuchs wies auch eine Forderung aus dem Arbeitnehmerflügel CDA zurück, dass Unternehmen Manager-Abfindungen künftig nur noch bis zu einer Summe von einer Million Euro steuerlich absetzen können sollten. „Das ist Sache der Gesellschafter und der Aktionäre“, sagte er. „Den Staat geht das nichts an.“

Auch der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstands-Vereinigung, Josef Schlarmann, lehnte eine Deckelung der Abfindungen ab. „Überhöhte Abfindungen sind schon heute strafbar“, sagte er der „Berliner Zeitung“. Aufsichtsräte, die so etwas genehmigten, müssten sich wegen Untreue verantworten. Schlarmann sprach sich dafür aus, Manager künftig nicht mehr mit Aktienoptionen zu bezahlen. Die Führungskräfte richteten sonst ihren Kurs nur an den kurzfristigen Reaktionen der Börsen aus, statt auf lange Sicht das Interesse des Unternehmens im Blick zu haben.

Der stellvertretende CDA-Vorsitzende Gerald Weiß hatte am Montag in der „Financial Times Deutschland“ Handlungsbedarf zur Begrenzung von Manager-Abfindungen angemeldet. „Es ist nicht länger sozial-ethisch vertretbar, wenn Leute, die zum Teil Millionen in den Sand setzen, dafür fürstlich abgefunden werden“, sagte der CDU-Politiker. Die Millionen-Abfindungen für deutsche Top-Manager haben in der Vergangenheit immer wieder zu heftigen Debatten geführt. Weiß kündigte für spätestens März ein detailliertes Konzept an. Er wandte sich aber gegen generelle Obergrenzen für Managergehälter, wie sie Müntefering Ende Oktober auf dem SPD-Parteitag gefordert hatte.

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