Staatliche Ausgaben ungenügend
DIW empfiehlt steuerliche Förderung der Forschung in Unternehmen

Höhere Ausgaben des Staates für Forschung und Entwicklung (FuE) allein reichen nicht, um den Innovationsstandort Deutschland voranzubringen. Nötig seien darüber hinaus Anreize, um die Forschungsanstrengungen der Unternehmen zu stimulieren, schreibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem Wochenbericht.

bag BERLIN. Die Ökonomen verweisen explizit auf Großbritannien: Dort hat der Staat zuletzt nicht nur seine eigenen, relativ niedrigen Forschungsausgaben deutlich erhöht, sondern er fördert auch die FuE der Unternehmen steuerlich. Im Gegensatz zur direkten Projektförderung habe das den Vorteil, dass Unternehmen selbst entscheiden können, auf welchem Feld sie tüfteln. Zudem falle das komplizierte Antragswesen weg.

Damit höhere FuE-Ausgaben zu mehr Wachstum führen, müsse auch das Bildungssystem die nötigen Fachleute hervorbringen. Zudem müsse der Arbeitsmarkt ausreichend flexibel sein, damit Prozessinnovationen nicht nur zu Rationalisierungen führen, schreibt das DIW. In Deutschland ist der Anteil der gesamten FuE-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt 2004 wieder auf unter 2,5 Prozent gesunken. Damit rückt das EU-Ziel, diese Marke bis 2010 auf drei Prozent zu erhöhen, in weite Ferne.

Alternativ zu eigener FuE könne man auch fremde Innovationen besser nutzen, empfiehlt das DIW: So sei etwa die deutlich höhere Produktivität in den USA vor allem mit der besseren Nutzung der Informationstechnologie zu erklären – vor allem im Einzelhandel. Anders als in Deutschland tragen in Großbritannien die Informationsdienstleister erheblich zu den gesamten FuE-Aufwendungen bei.

Eine empirische Untersuchung in beiden Ländern zeige, dass Unternehmen die FuE-Ausgaben in guten Zeiten steigern. In schlechten Zeiten hingegen „werden selbst aussichtsreiche Projekte verlängert oder verschoben“. Das liege daran, dass sie meist aus dem konjunkturabhängigen Cash-Flow finanziert würden.

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