Staatsanwaltschaft hatte höhere Strafe gefordert
Vier Monate auf Bewährung für Kanzler-Ohrfeige

Im Mai ohrfeigte Jens Ammoser mitten auf einer SPD-Veranstaltung Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Dafür bekam der 52-Jährige eine viermonatige Bewährungsstrafe.

HB MANNHEIM. Ammoser wurde vom Mannheimer Amtsgericht wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung verurteilt. Der 52-Jährige hatte den Kanzler am 18. Mai auf einer SPD-Veranstaltung in Mannheim attackiert. Ammoser begründete seine Tat mit der Unzufriedenheit über die Politik des Regierungschefs.

Der Staatsanwalt hatte ein halbes Jahr Bewährungsstrafe gefordert und 150 Arbeitsstunden für eine gemeinnützige Einrichtung als Auflage. Es gehe darum, Nachahmer abzuschrecken, sagte er. Ammoser sei „rücksichtslos, gefühllos und niederträchtig“ vorgegangen. „Es kann einfach nicht sein, dass man seine politische Unzufriedenheit durch körperliche Gewalt auslebt.“ Seine Motive seien rein egoistischer Natur.

Ammoser, der ohne Anwalt auftrat, plädierte auf Freispruch. Zum Prozessauftakt hat sich er sich zu seiner Ohrfeige bekannt. „Ich stehe zu der Tat“. Zugleich meinte Ammoser: „Millionen Menschen haben mitgemacht.“ Und: „Wir wehren uns.“ Ammoser trug demonstrativ ein T- Shirt mit seiner Kontonummer.

Ammoser war im Februar in die SPD eingetreten, wegen der Ohrfeige wurde er aber inzwischen aus der Partei ausgeschlossen. Trotzdem kandidierte er bei den Kommunalwahlen am 13. Juni auf der SPD-Liste für den Kreistag Breisgau-Hochschwarzwald. Er errang aber kein Mandat.

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