Staatsanwaltschaft prüft private Anzeige
RWE kann Zahlungen nicht rekonstruieren

Die Rekonstruktion der Zahlungen des Energiekonzerns an den CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer stellt sich nach Angaben von RWE als schwierig heraus.

HB BERLIN. Die Innenrevision des Konzerns versuche immer noch, die Entstehungsgeschichte von Meyers Abfindung zu rekonstruieren, die im Frühjahr 1999 vereinbart worden sei, sagte RWE-Sprecher Peter Dietlmaier der „Süddeutschen Zeitung“. Die Klärung sei nicht einfach, weil es sich im Wesentlichen um Vorgänge bei der Dortmunder VEW handele, die im Herbst 2000 mit RWE verschmolzen wurde. Akten seien ausgelagert worden und die Abläufe könnten nur mühsam rekonstruiert werden. Meyer hatte nach eigenen Angaben im Rahmen eines Auflösungsvertrages 250 000 Mark erhalten und behalten, obwohl er zur Jahresmitte 2000 zurückkehrte. Auch stand er mehrere Monate zeitgleich auf der Gehaltsliste sowohl von RWE als auch von der CDU.

Dietlmaier sagte der Zeitung, ob RWE zivilrechtliche Forderungen gegen den für den Meyer-Vertrag verantwortlichen Manager stellen werde, hänge vom Ergebnis der Prüfung ab. Am Dienstag hatte ein Sprecher nicht kommentieren wollen, ob solche Verträge ohne Rückzahlungspflicht wie bei Meyer bei RWE häufiger abgeschlossen wurden.

Die Staatsanwaltschaft Essen prüft nach eigenen Angaben vom Dienstag die Anzeige einer Privatperson gegen Meyer und RWE wegen Bestechung und Untreue.

Kein Kommentar zu nachträglicher Umformulierung des Vertrags

Nicht kommentieren wollte Dietlmaier dem Bericht zufolge die Frage, wonach ein Mitglied des RWE-Konzernvorstandes Meyer in den vergangenen Tagen angeboten haben soll, dessen Vertrag mit RWE umzuformulieren, wobei angeblich Hinweise auf einen Stromkostenrabatt für Meyer hätten verschwinden sollen. Er könne diese Behauptung weder bestätigen noch dementieren, sagte Dietlmaier der Zeitung.

Meyer hatte zeitgleiche Gehalts-Zahlungen vom Energiekonzern RWE und der CDU sowie den Erhalt von 250 000 Mark im Rahmen eines Auflösungsvertrages eingeräumt. Die 250 000 Mark hatte er nach seiner Rückkehr in das Unternehmen behalten. Ein Sprecher Meyers sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Mittwoch, bei den 250 000 Mark habe es sich nicht um eine Abfindung gehandelt. Weshalb das Geld gezahlt wurde, wurde in dem Vorab-Bericht der Zeitung nicht erwähnt.

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