Staatsanwaltschaft schließt Ermittlungen nicht aus
Schwarzarbeitsvorwürfe gegen Weise schlagen Wellen

Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat versichert, die Anschuldigungen gegen BA-Chef Frank-Jürgen Weise wegen Schwarzarbeit würden geklärt. „Der Vorwurf wird aufgeklärt“, sagte der Arbeitgebervertreter im Präsidium des Verwaltungsrat, Peter Clever, dem Handelsblatt. Dies sei Weises Sache. Auch ein Sprecher des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sagte, es sei an Weise, Stellung zu nehmen. Die DGB-Vize und Verwaltungsratsvorsitzende Ursula Engelen-Kefer wollte sich nicht äußern.

huh/tag BERLIN. Frühere Mitarbeiter werfen Weise vor, er habe als Finanzvorstand der Firma Microlog Schwarzarbeit zugelassen. Wie das Handelsblatt gestern berichtete, sollen in mindestens einem Fall Anfang 2002 etwa 20 Lagerarbeiter schwarz bezahlt worden sein. Es habe sich um Inventurarbeiten für die Firma Pulsar Naturprodukte GmbH gehandelt, berichten die Mitarbeiter. Weise weist die Vorwürfe zurück. „Als Vorstand der Microlog ist mir der Einsatz von Schwarzarbeitern nie bekannt geworden“, sagte er. Weise war im Mai 2002 von Microlog in den BA-Vorstand gewechselt.

Gestern bekräftigte er, als Vorstandssprecher und Finanzvorstand des Unternehmens sei er nur für den kaufmännischen Bereich zuständig gewesen: „Ich hatte keine Verantwortung für das operative Geschäft.“ Der damalige Vorstand Rolf van den Berg sagt allerdings, Weise habe das Geschäft mit Pulsar betreut. Er selbst sei zwar im Vorstand für den operativen Betrieb zuständig gewesen. Aber Weise habe den Kontakt zu Pulsar hergestellt – und sich dann auch um das Projekt gekümmert. Van den Berg und Weise hatten Microlog 1997 gegründet.

Die für Heppenheim zuständige Staatsanwaltschaft Darmstadt hat keine Erkenntnisse über Schwarzarbeit bei Microlog. „Vorgänge dieser Art, in die Herr Weise verwickelt wäre, sind uns nicht bekannt“, sagte ein Sprecher der Behörde. Er fügte hinzu, wenn eine Firma Arbeiter schwarz bezahle, würden die Ermittlungsbehörden aber generell tätig. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte, die Beschäftigung von 20 Schwarzarbeitern falle wohl „nicht mehr unter Bagatelle“.

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