Staatskontrolle
CDU-Politiker will Google unter Aufsicht stellen

Die Union macht Front gegen die Internet-Wirtschaft. Fraktionsvize Kretschmer will das Machtstreben von Google zügeln und bringt eine staatliche Kontrollaufsicht ins Spiel. Ministerin Aigner verfolgt einen anderen Plan.
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BerlinDer Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Kretschmer, hat sich für schärfere Kontrollen internationaler Internetkonzerne wie Google ausgesprochen. Googles Marktmacht werde immer größer, vergleichbar mit der Bedeutung der Wasser- oder Energieversorgung, sagte Kretschmer in Berlin. Für eine solche nichtstaatliche Grundversorgung müsse es „verlässliche Regeln“ geben, betonte der CDU-Politiker, der in Sachsen auch Generalsekretär seiner Partei ist.

Je stärker die Marktmacht eines Unternehmens werde, umso mehr staatliche Kontrolle werde es geben müssen. „Es kann sein, dass wir in den nächsten Jahren an einen Punkt kommen, an dem eine staatliche Aufsicht notwendig wird.“ Eine solche Aufsicht müsse dann auch „das Recht bekommen, die Suchalgorithmen von Suchmaschinen wie Google anzusehen und darauf zu achten, dass sie nicht der Meinungsfreiheit und Demokratie zuwiderlaufen“, erklärte Kretschmer.

Zunächst sei aber eine europäische Datenschutzordnung notwendig, um die Daten deutscher Internetnutzer besser zu schützen. Die Verordnung sei wichtig, damit gegenüber internationalen Internetkonzernen und den USA die europäischen Vorstellungen von Datenschutz durchgesetzt werden könnten. „Die deutschen Datenschützer haben sehr engagiert gekämpft, kommen langsam aber an ihre Grenzen.“

In diese Richtung argumentiert auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). Sie dringt auf eine schärfere europäische Datenschutzordnung, um die Daten deutscher Internetnutzer besser schützen zu können. „Wir müssen daher das Thema auf europäischer Ebene anpacken, indem wir gemeinsame hohe Datenschutzstandards erarbeiten“, sagte Ministeriumssprecher Holger Eichele Handelsblatt Online. Die Ministerin unterstütze Pläne von EU-Kommissarin Viviane Reding, die EU-Datenschutzrichtlinie von 1995 zu modernisieren. Datenschutz sei ein „grenzübergreifendes Thema, das für unsere Verbraucher und Unternehmen von zentraler Bedeutung ist“, sagte der Sprecher. Er betonte zugleich, dass dieser Reformprozess zu einem „besseren Schutz der persönlichen Daten von Verbrauchern in Europa führen muss, ganz unabhängig davon, in welchem EU-Land sie leben oder in welchem Land die Unternehmen, die ihre Daten verarbeiten, ihren Sitz haben“. Die Modernisierung der EU-Datenschutzvorschriften müsse zudem den Verbrauchern eine bessere Kontrolle über ihre Daten geben. 

Kommentare zu " Staatskontrolle: CDU-Politiker will Google unter Aufsicht stellen"

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  • Vielleicht hat der Sponsoringspezialist auch noch vor, daß wir nur Geräte von Robotron mit eingebauter Stasikamera benutzen dürfen, die auf Abdeckung mit der Zerstörung des ganzen PC reagiert?

  • Fraktionsvize Kretschmer will das Machtstreben von Google zügeln und bringt eine staatliche Kontrollaufsicht ins Spiel…betonte der CDU-Politiker, der in Sachsen auch Generalsekretär seiner Partei ist.(Zitat)

    Nanu – haben die Sachsen immer noch nicht genug von Zensur und Diktatur der Partei?
    Staatliche Kontrollaufsicht im Internet? wohl der geheime Wunschtraum vieler Politiker aller Farben - wenn man das nun noch besonders betont, solche Töne kommen einem sehr bekannt vor und da war noch kein Internet in Sicht. Die Piraten werden scheinbar noch viel Arbeit bekommen, um das Internet „sauber „ zu halten. Kontrolle machen wir lieber a l l e zusammen, bevor wir einen „Neunmalklugen“ Politiker an Deck und dazu noch ans Steuerrad der freien Meinungsbildung lassen. Vertrauen ist gut- Kontrolle ist besser, heißt es bei Lenin. Das Sprichwort ist im Prinzip nicht zu beanstanden, nur es kommt darauf an – wem vertraut man und wen lässt man kontrollieren?

  • Ich bin auch Internetwirtschaft.

    Es ist gut und richtig den aggressiven Monopolisten Google unter Kontrolle zu stellen. Das ist wichtiger und marktwirtschaftlicher als der Tanken-Quatsch.

    Gute Suchergebnisse von Shops werden inzwischen von Google versteckt, damitr diese Werbung buchen müssen!!

    Wir werden durch AdWords ausgebeutet und Laien, wie dieser Redakteur merken davon zu wenig oder wollen es nicht wissen. Die Kosten tragt aber am Ende Ihr Laien.

    Google is evil!

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