Staatsschatz
Die geheimnisvollen Reserven der Bundesbank

Außer der US-Notenbank besitzt keine andere Institution soviel Gold wie die Bundesbank. Wo die Reserven lagern, wie die Bundesbank mit ihrem Schatz Geld verdient - und wieso sie überhaupt so viel hat.
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FrankfurtMillionen Menschen haben gesehen, wie in dem Film „Goldfinger“ der verrückte Bösewicht Auric in das Goldlager der US-amerikanischen Notenbank Fort Knox einbricht. Er will dort eine Atombombe explodieren lassen und so seine eigenen Goldbestände wertvoller machen. Der Kinokassenschlager von 1964 um den britischen Geheimagenten James Bond ist wohl die berühmteste Fiktion rund um die Goldreserven der Zentralbanken. Doch nicht die einzige. Um das glänzende Edelmetall ranken sich zahlreiche Geschichten, Legenden und Verschwörungstheorien.

Auch die Deutsche Bundesbank ist Objekt solcher Spekulationen. Sie soll einen Teil ihrer Bestände riskant verliehen haben und über die 3400 Tonnen Gold, die sie in verschiedenen Tresoren weltweit lagert, mehr oder weniger die Kontrolle verloren haben, sagen Kritiker. Ist das blanker Unsinn? Und warum eigentlich hat die Bundesbank so viel Gold? Wie ist sie dazu gekommen? Ist es tatsächlich Raubgold, wie manche behaupten?

Außer der US-Notenbank, die mehr als 8000 Tonnen hat, besitzt keine andere Institution so viel Gold wie die Bundesbank. Das meiste davon sammelte sie in den Fünfziger- und Sechzigerjahren ein.

Im Juni 1950 griffen die Nordkoreaner ihre Verwandten in Südkorea an. Die Amerikaner rüsteten daraufhin kräftig auf, und auch die weltweite Nachfrage nach deutschen Maschinen, Anlagen und Kraftfahrzeugen zog deutlich an. Die Bundesrepublik erzielte deshalb hohe Leistungsbilanzüberschüsse. Gemäß den Bestimmungen der damaligen Europäischen Zahlungsunion (EZU) mussten die Schuldnerländer die aufgelaufenen Salden durch Goldzahlungen ausgleichen. Die Tresore der Bundesbank, dem Hauptgläubiger des Systems, füllten sich.

Zudem verkaufte der Internationale Währungsfonds vor allem in den Sechzigerjahren zur Wiederauffüllung seiner DM-Reserven Gold an die Frankfurter. Heute sind diese so wertvoll wie nie. Trotzdem musste sich die Bundesbank den Vorwurf gefallen lassen, zu sorglos mit ihren Goldreserven umzugehen und diese nur selten zu überprüfen.

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