Stabiler Arbeitsmarkt: Unternehmen sind Fachkräften treu

Stabiler Arbeitsmarkt
Unternehmen sind Fachkräften treu

Das schwache Wirtschaftswachstum lässt den deutschen Arbeitsmarkt kalt. Viele Unternehmen zögern mit einem Job-Abbau aus Sorge, später keine guten Leute mehr zu finden. Ein Selbstläufer ist die gute Marktlage aber nicht.
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NürnbergSein mahnender Finger gehört zum üblichen Ritual der monatlichen Arbeitsmarkt-Pressekonferenz. Kaum ein Monat vergeht, in dem der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, nicht auf die aktuellen Risiken für den Arbeitsmarkt hinweist. Umso mehr überraschte Weise am Donnerstag mit seinem großen Optimismus. Zypern-Finanzkrise? Die werde der deutsche Arbeitsmarkt wohl kaum zu spüren bekommen, versicherte er. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Exportmotor wieder brumme und Firmen wieder kräftig investierten – und neue Arbeitsplätze schafften.

Die März-Arbeitslosenzahlen scheinen den Chef der Nürnberger Bundesbehörde zu bestätigen: Sie lagen mit 3,098 Millionen auf lange Sicht betrachtet nach Experteneinschätzung auf einem passablen Niveau. Lediglich der zähe Winter mit Frost bis Ende März und dadurch leer gefegten Baustellen und Biergärten verhinderte, dass die Zahl der Erwerbslosen stärker als 58.000 sank; sonst sind im März Rückgänge von bis zu 110.000 Erwerbslosen drin.

Überraschend ist die weiterhin gute Entwicklung dennoch. Schließlich läuft es in vielen deutschen Unternehmen längst nicht mehr so rund wie noch vor einigen Monaten. Ob es nun die Exportflaute der Autobauer ist, Auftragslücken im Maschinenbau, die wieder gewachsene Verunsicherung über die Euro-Schuldenkrise oder die gestiegenen Lohnkosten – noch vor einem guten Jahrzehnt wäre dies ein Szenario für Entlassungen im großen Stil gewesen.

Dass es trotz leicht abgeschwächter Dynamik inzwischen auf dem Arbeitsmarkt anders läuft, hat nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) vor allem einen Grund: „Die Unternehmen setzen darauf, ihre Arbeitskräfte zu halten – eine Strategie, die sich schon während der großen Rezession bewährt hat“, schreiben die Nürnberger Forscher in ihrer neuesten Arbeitsmarktprognose für dieses Jahr. Seitdem das Problem des Fachkräftemangels Personalchefs massiv umtreibe, trennten sich Unternehmen von bewährtem, eingearbeitetem und erfahrenem Stammpersonal nur ungern.

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  • Ein schöner Satz: "Wer verhindern wolle, dass Firmen kaum noch qualifizierte Fachkräfte finden, andererseits aber immer mehr unzureichend ausgebildete Männer und Frauen ins Abseits driften, muss nach IAB-Einschätzung möglichst rasch eine Ausbildungsoffensive starten." Vielleicht sollte das IAB endlich einmal die Arbeit suchenden mit guter bis sehr guter Qualifikation explizit ermitteln und dann die krampfhaft Suchenden aus den Unternehmen damit konfrontieren. Solange über 55-jährige selbst mit sehr hoher Qualifikation von den Unternehmen nicht nachgefragt werden, selbst wenn diese monatelang eine Stelle immer wieder ausschreiben, sollte sich um die Qualifikation der entsprechenden Mitarbeiter in den Unternehmen Gedanken machen, bevor man eventuell diese Arbeit suchenden mit völlig unsinnigen Maßnahmen quält. Denn die Agentur steckt auch Spezialisten nur in allgemeine Seminare, die noch aufgefüllt werden müssen, aber sicher die Einsetzbarkeit dieses Klientels nicht verbessern. Also: Es gibt noch keinen Fachkräftemangel!!!

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