Honorar-Affäre schadet Steinbrücks Ansehen

Stadtwerke
Honorar-Affäre schadet Steinbrücks Ansehen

Der SPD-Kanzlerkandidat büßt an Zustimmung ein, wie die Zahlen des ARD-Deutschlandtrends zeigen. In Bochum läuft derweil die Suche nach einem Schuldigen für die Honorar-Panne beim Promi-Talk der Stadtwerke.
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DüsseldorfDie Chance, sich endlich wieder zur Tagespolitik äußern zu dürfen, packte Peer Steinbrück am Freitag beim Schopf. So ließ der SPD-Kanzlerkandidat vor den Debatten im Bundestag kaum ein Thema aus: Er kündigte Widerstand gegen das Betreuungsgeld an, kritisierte die schwarz-gelben Haushaltsbeschlüsse, während er für die Abschaffung der Praxisgebühr lobende Worte fand.

Einen persönlichen Schlussstrich zog er auch in der Diskussion um sein 25.000-Euro-Honorar für seinen Auftritt beim „Atrim-Talk“ der Stadtwerke Bochum. Er kündigte an, das Geld nun doch noch spenden zu wollen, um dadurch ein Zeichen für ein „gütliches“ Ende zu setzen. Gänzlich uneigennützig kommt dieser Entschluss nicht daher: Denn die Honorar-Debatte hat seinem öffentlichen Ansehen geschadet.

Das belegen die Zahlen des ARD-Deutschlandtrends für den Monat November. Danach büßt Steinbrück gegenüber dem Vormonat neun Punkte ein und kommt auf eine Zustimmung von 50 Prozent. Bei einer Direktwahl des Regierungschefs würden sich 53 Prozent für Kanzlerin Angela Merkel entscheiden (+4 im Vergleich zum Vormonat), 36 Prozent für Steinbrück (-2).

Aber auch das Image der Stadtwerke Bochum hat unter der Affäre mehr als nur einen Kratzer bekommen. Von den acht prominenten Rednern sollen nur zwei ihr Honorar gespendet haben, obwohl die Stadtwerke den „Atrium-Talk“ als Charity-Event öffentlich beworben haben. Vertraglich fixiert wurde die Spendenpflicht zwischen den Stadtwerken als Sponsor und der Hellen GmbH, der Agentur, die den 90.000-Euro-Treff zweimal im Jahr organisiert hat, aber nicht. Ein „Riesenfehler“ sei es gewesen, sich nur auf mündliche Absprachen zu verlassen, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Wilmert heute.

Vor der ersten Veranstaltung im Frühjahr 2008 hatte Wilmert das Event noch als „Leuchtturmprojekt, das unser Engagement auch in der Region bekannt macht und Bochums gesellschaftliche Wertschätzung nach außen trägt“, in höchsten Tönen gelobt. Jetzt soll der „Atrium-Talk“ eingestampft werden. Das verkündete Ottilie Scholz (SPD), Bochums Oberbürgermeisterin und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende, als Ergebnis der Krisensitzung von Donnerstag. Personelle Konsequenzen an der Konzernspitze schloss sie jedoch aus.

Über die vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Stadtwerken und der Hellen GmbH soll nun am Dienstag gesprochen werden, wenn der Aufsichtsrat das nächste Mal tagt. Dann will sich auch erst Agenturchef Sascha Hellen äußern, der neben dem „Atrium-Talk“ auch den „Steiger Award“ organisiert.

Da viele in Bochum der Hellen GmbH derzeit den „Schwarzen Peter“ für die Honorar-Panne zuschieben, ist seine Sicht der Dinge von großem Interesse. Die Worte, mit denen er seine Arbeit auf der eigenen Internetseite bewirbt, müssen sich für die Stadtwerke-Verantwortlichen wie eine Drohung lesen: „Als Profis wissen wir, was erwartet wird“, heißt es dort.

 

Kommentare zu "Honorar-Affäre schadet Steinbrücks Ansehen"

Alle Kommentare
  • Rede am 09.12.2012

    Steinbrück “ Rede “ WIR haben einen neuen Selbstdarsteller !
    Steinbrück fordert: „Deutsche Politik muss wieder von Haltung und Werten bestimmt sein.“ Weiter sagt er: „Wir sind es dem Land schuldig, wieder einen sozialdemokratischen Bundeskanzler zu stellen.“

    Und: „Deutschland braucht wieder mehr Wir und weniger Ich." ( sagenhaft ) Solch eine Rede wird auch noch lange bejubelt ( aber das kannte man doch von der DDR , auf Kommando und Stoppuhr klatschen. ( Haben die SPD ler das so schnell gelernt ? )

    Steinbrück ( Bundeskanzler ) ( Wir halten eine Rede er erhält einen Lohn von EUR 25000,- ( den Rest der Bevölkerung Agenda und Sozialabbau )

    Auch Gerhard Schröder ist mit “ wir bei Gazprom “ oder Joschka Fischer “ wir bei BMW “ Wolfgang Clement “ wir bei RWE “

    Die SPD Politiker reden von “ Wir “ und Soziale Gerechtigkeit und stopfen nur sich selbst die “ Taschen “ voll.

    Das letzte “ gute “Beispiel ist ja unser Kanzlerkandidat der hat die Taschen jetzt schon voll..

    Die SPD Politiker sind ja nicht einmal fähig die Haushalte ( “ tief im Minus “ ) in den Bundesländern zu führen ( siehe Norbert Walter Borjans, / Hannelore Kraft / Klaus Wowereit . Auch Herr Steinbrück hat es mal als Finanzminister versucht, konnte zwar gut reden aber Rechnen kann er nur privat im “ plus “



  • Es wurde doch eine Spende !
    ( Das Honorar von EUR 25000,- für eine knapp anderthalbstündige Plauderei über Gott und die Welt der Stadtwerke Bochum )
    War es ein Honorar oder doch eine “ Spende “ ? um das festzustellen benötigt Herr Steinbrück einen Anwalt.
    Oder hatte er ein schlechtes “ Gewissen “den der Betrag war schon “ Versteuert “ . Aber die Steuer holt er sich im nächsten Jahr vom Finanzamt zurück.

    Wie will solch ein SPD Politiker über Soziale Gerechtigkeit reden,wenn er sich selbst in kurzer Zeit durch keine Produktive Arbeit die Taschen voller Geld schiebt.
    Er ist ein kühler Rechner für sich, aber nicht für die Allgemeinheit.
    Als SPD Finanzminister in der Zeit vom 22. Februar 2000 bis 6. November 2002 und als Ministerpräsident von 6. November 2002 bis 22. Juni 2005. Ausgehend vom Übernahmewert aus 1999 mit rund 103 Milliarden steigert er bis zum Jahresende 2004 die Schuldenlast von NRW auf rund 131 Milliarden Euro. Außerdem stellte dieser Schlawiner für die Jahre 2001 und 2002 als Finanzminister von NRW verfassungswidrige Haushaltsetat auf, wie das NRW-Verfassungsgericht rügte.

    Die SPS sollte eine solch unglaubwürdige Person in Rente schicken. Da hätte er eine Menge Zeit für grosse nichtssagende Reden in den Kindergärten.
    Nur das Honorar währe nicht mehr so hoch.


  • Dieses "Redner-/Vortragsgebilde" ist fester, schon lange etablierter Bestandteil korrupter, mafiöser Handlungsweisen. Nicht mehr und nicht weniger.

    Hinzu reiche der Geber noch paar Beratungsverträge, Offshorekonten, fertig ist die Korruptionsmischpoge.
    Wir brauchen rigorose Gesetze bzw den gläsernen Abgeordneten, ansonsten ziehen wir uns Putinrussland bzw Venizelos/Samarashüte über beide Michelschlappohren.

    Siehe zur Thematik u.a Mathew D.Rose: Korrupt ?
    Wie unserer Politiker und Parteien sich bereichern - und uns verkaufen.

    Steinbrück und Co: Berlin verkommt zu einem korrupten Sauhaufen voller Lügner und scheinheiliger Politakteure.

  • Wie sagte Oskar Lafontaine kürzlich bei der Bekanntgabe des auserkorenen spd- "Kanzlerkandidaten" Steinbrück, besser kann es für die Linke nicht kommen. Noch hat ihn kein spd-Parteitag als "Kanzlerkandidaten" gekürt, wurde nur auserkoren von der Spitze her. Da scheint mir, sollten sich die MitgliederINnen wirklich einmal aufraffen und beweglich bleiben, der Vorstand natürlich gleich mit, in weniger "eingefahrenen" Gleisen unterwegs zu sein. So gesehen, könnte es auch eintreffen, was Oskar prognostizierte: Sigmund Gabriel wird durch ihn zum Bundeskanzler gewählt. Ich fürchte jedoch, das wird die spD die eigenen Anhänger geradezu animieren, nach neuen Ufern Ausschau zu halten. Das Gute liegt offensichtlich so nahe, nur hängen zu viele Mandatsträger leider immer noch an alten Gewohnheiten. Exclusive Systemrelevanz in Parteien der gewöhnlichen Mitte.

    Wie so etwas ausgehen mag, falls es nicht geschieht, da gibt es in 2000er Vergangenheit eine Parallele. Passierte einem spd-OB im Amt und als OB-Kandidaten, der den Griffel als solcher hinlegen mußte, weniger durch ein Votum eigener Mitglieder, nein durch Wahlen. Wer so etwas nicht für möglich halten möchte, sollte wirklich einmal nachdenken, was im "Dorf" bei 50Tausendern geschieht, da braucht es für den Bund schon eine Stange mehr. Cheers.

    Viele BürgerINnen verstehen ohnehin nicht, daß die "Mandatsträger" fürs "Erscheinen" und außerhalb des Parlaments "systemrelevante" Reden gegen Entgelt unter die Elite jubeln.

  • @ Rechner
    Boah, Sie geben sich ja wirklich viel Mühe meinen Argumenten etwas entgegenzusetzen, das freut mich, überzeugt mich aber nicht.
    Schön wie Sie die Nebeneinkünfte anderer Politiker relativieren, um dann gleich wieder auf Steinbrück einzudreschen.
    Warum immer nur er? Nur weil er Sozi ist? Schickt es sich nicht für einen Sozialdemokraten viel Geld zu verdienen? Die Meinung scheint mir unausgesprochen vielfach dahinter zu stehen. Auch bei Journalisten!

    Warum verhindern CDU/CSU und FDP schärfere Transparenzregeln? Wo bleibt Ihr Statement dazu?

  • :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    Garantiert wählen viele Deutsche 2013 keine Sozen(SPD)u.
    Mittelalter-Grünen(Grünen).

    Der Effekt der Bastapolitik sitzt dem Volk noch immer in den Knochen u. die haben die Schnauze voll von einer
    neuen Agenda (2020).Allein der Gedanke ,daß dann die alten Politiker wieder regieren z.B. Schmidt die alle Beitragzahler nur abgezockt hat u.der Klientel Geschenke
    machte.

    Die Protestwähler wählen 2013 FDP oder Die Linke .

    Bilderberger-Steinbrück wird der SPD das Rückgrat brechen.

    Nein Danke CDU/CSU ,SPD, Grüne !

    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

  • @Rechner

    Sehr schön gesagt.

    Wobei ich noch anmerken möchte:

    "einen Fehler des Veranstalters ausnutzt"

    Wer zu RTL-Promi-WWM geht, der weiss, dass der Gewinn gespendet wird. Ich glaube Steinbrück nie und nimmer, dass ihm die Regeln des "Atrium-Talks" nicht bekannt gewesen sind. Zumal er ja wohl von seinen eigenen Parteifreunden eingeladen wurde. Und bekanntlich hat auch das "gesprochene Wort" Gültigkeit !

  • 'SamuelHafner' sagt
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    Hallo!
    Was ist das für eine Berichterstattung? Da sind Firmen zu blöd um Verträge schriftlich zu machen und das heut zutage und dann geht man her und hackt auf Steinbrück rum der doch nur sein Honorar bekommen hat.
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    Bei einer Zahlung von 25.000 Euro für einen etwa einstündigen Vortrag handelt es sich offensichtlich um als "Honorar" verbrämte Veruntreuung.

    Und ein vorgeblich sozialer Politiker der einen Fehler des Veranstalters ausnutzt um sich das von den Zwanhskunden eines öffentlichen Monopolbetriebs finanzierte Jahresgehalt eines Arbeiters in die Tasche zu stecken ist schon besonders übelriechender Abschaum.

    Wobei es ja noch unklar ist, wer sich da noch an Mitteln des öffentlichen Monopolbetriebs bedient hat, und ob es überhaupt eine Vereinbarung gab, die Mittel als Spenden weiterzuleiten, und wer das tatsächlich getan hat.

    Auch aus dem Hause Gauck ist mir zu dem Thema nicht eindeutiges bekannt.

    +++

    'SamuelHafner' sagt
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    Wo leben wir heute?
    Neid ist Geil!
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    Wer auf derartig obszöne Gierschlunde Neid verspürt hat doch einen an der Waffel.

    Hier ist nicht Neid, sondern Ekel die korrekte Emotion.

  • Die "Blödheit" hat System. Nach außen wird eine Veranstaltung wie "Atrium-Talk" als Wohltätigkeitsveranstaltung verkauft mit der Maßgabe , dass Honorare gespendet werden. Es wird aber nur eine mündliche Vereinbarung getroffen.
    Ehrliche Menschen wie der Sänger Peter Maffay spenden, ebnso ein Gentleman wie Richard v. Weizsäcker, andere wie Peer Steinbrück sacken lieber selber ein und erst wenn die Öffentlichkeit den Skandal mitbekommt, will Herr Steinbrück plötzlich auch spenden obwohl er sich zuerst Tagelang dagegen gewehrt hat.
    Ich nehme mal an ein "normales" Honorar sagen wir 10-15.000 Euro hätte Peer vielleicht auch gespendet, 25.000 Euro hat er lieber als "Wohltätigkeit" auf das eigene Konto transferieren lassen.

  • 'moritz' sagt
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    Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie viel von Marktwirtschaft verstanden haben.
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    Was hat ein von roten Bonzen geleiteter kommunaler Monopolbetrieb mit Marktwirtschaft zu tun?

    Das Unverständnis liegt doch offensichtlich bei Ihnen.

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    'moritz' sagt
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    Ich sag es nochmal: Mir erscheint das Honorar zu hoch und es wäre besser anders angelegt worden. Und nochmal: Jetzt immer nur auf Steinbrück rumzudreschen ist ziemlich dumm und einfältig. Was ist mit Herrn Gauck? Er bekam auch 25.000 Euro. Ist er jetzt auch "moralisch verkommen" ?
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    Dumm und einfältig ist es nicht den Unterschied zwischen jemandem der sich 25.000 in die eigene Tasche steckt und jemandem der das Geld ab eine gemeinnützige Einrichtung weiterleitet zu erkennen.

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    'moritz' sagt
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    Was ist mit all den anderen Parteigrößen aus CDU/CSU und FDP, die satte Nebeneinkünfte haben?
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    Es kommt zum einen darauf an, ob es sich bei den Nebeneinkünften um angemessene Entgelte für eine tatsächliche Tätigkeit handelt.

    Das mag bei Freiberuflern der Fall sein, die einen Teil ihrer früheren Tätigkeit weiterbetreiben.

    Bei "Beraterverträgen" und "Vortragshonoraren" handelt es sich aber im allgemeinen nur um verbrämte Bestechung.

    Das trifft sicher auch auf viele Politbonzen aud den Unionsparteien und der FDP zu.

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    'moritz' sagt
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    Was ist mit all den anderen Parteigrößen aus CDU/CSU und FDP, die satte Nebeneinkünfte haben? Warum wird da nicht dran gerührt. Warum schweigen die Medien einfach dazu? Warum ist man nur über Steinbrück empört ...?
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    Das besonders peinliche dieser Angelegenheit liegt darin, daß sich Steinbrück an Mitteln eines öffentlichen Unternehmens bereichert hat.

    Und natürlich darin, daß dieses Ausmaß von Gier nicht besonders gut mit dem Anspruch der Linksparteien als Rächer der Enterbten zu walten vereinbar ist.

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