Städte schließen Freundschaft
„Das ist auch eine Konkurrenz der Ideale“

Wie könnte das Ruhrgebiet im Jahr 2030 aussehen? Benjamin Davy, 47, Professor für Bodenpolitik an der Fakultät für Raumplanung der Universität Dortmund, hat sich mit dieser Frage beschäftigt.

HB DÜSSELDORF. Im Forschungsprojekt „Stadt 2030“ suchte Davy gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern nach einem neuen Leitbild für die "Städteregion Ruhr".

Handelsblatt: Warum arbeiten die Städte in NRW nicht enger zusammen?

Davy: Die Städte liegen sehr eng beieinander. Sie besitzen kein Hinterland, sondern sind von immer neuen Großstädten umgeben. Dadurch entsteht durchaus eine besondere Situation. Aber dass die Städte nicht kooperieren wollen, muss ich zurückweisen! Es gibt genug Beispiele für gelungene Zusammenarbeit.

Handelsblatt: Können Sie ein Beispiel nennen?

Davy: Essen, Bochum und Gelsenkirchen erstellen bereits einen gemeinsamen Flächennutzungsplan. Außerdem wurden bei „Städteregion Ruhr“ ein Wettbewerb zu Wohnen am Wasser, die gemeinsame Entwicklung von Gewerbeflächen und eine stadtregionale Migrationspolitik vereinbart.

Handelsblatt: Trotzdem scheinen Duisburg und Essen dem Oberhausener Centro nacheifern zu wollen...

Davy: Es handelt sich dabei aber um mehr als nur wirtschaftliche Konkurrenz. Hier geht es auch um eine Konkurrenz der Ideale. Der bessere Fußballclub, der größte Weihnachtsbaum – all das sind kulturelle und nicht bloß materielle Phänomene.

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