Heraus kommt die umfassendste Vergleichsuntersuchung ihrer Art hierzulande. Es ist ein Konvolut von Daten, anhand derer sich Zusammenhänge zwischen Armut und Kriminalität, Verwaltungseffizienz und Unternehmensansiedlungen oder Arbeitsmarkt und Abwanderung nachvollziehen lassen.
Den Kern bilden zwei Tabellen, die Antwort geben auf die Kardinalfragen der regionalen Wirtschaftsentwicklung: „Wo im Land geht es den Menschen am besten?“ und „Wo wächst Deutschland am dynamischsten?“
Die kurze Antwort: München und Kassel. Die lange: Die Geografie der deutschen Wirtschaftsentwicklung kennt einige Konstanten und ein paar langsame, aber wohl unaufhaltsame Verschiebungen. Der Osten holt auf; wo es Universitäten und gute Verkehrsanbindung gibt, entsteht Wachstum; im Ruhrgebiet gibt es zu viele Städte, die sich bei ihrer Entwicklung gegenseitig behindern.
Wie in den Vorjahren landet im Niveauranking München ganz vorne. Erstaunlich an diesem Ergebnis ist vor allem der Abstand zum ersten Verfolger Stuttgart. Grund dafür ist vor allem das einzigartige Wohlstandsniveau: Bei der Kombination aus Kaufkraft, pro Kopf gezahlter Einkommensteuer und dem verfügbaren Einkommen liegt der Wert Münchens (19,9) um ganze 17 Prozent über dem des zweitplatzierten Düsseldorf, die relativen Distanzen zwischen den weiteren Städten liegen allesamt unter fünf Prozent. Hinzu kommt ein großer Vorsprung bei der Arbeitslosigkeit, der die Position Münchens für die nächsten Jahre zementieren dürfte.
Die Ökonomen von IW-Consult erklären sich das vor allem mit der abwechselungsreichen und robusten Struktur des Arbeitsmarkts. „Die Entwicklung Münchens hängt kaum von einzelnen Branchen ab“, so IW-Mann Michael Bahrke, „sondern basiert vor allem auf der hohen Qualifikation der hier ansässigen Fachkräfte“.
Großstädte müssen schlucken, was auf dem Land schief geht
Vor allem aber ist die Stadt das Zentrum des wirtschaftlich erfolgreichsten Bundeslandes. In Bayern naht die Vollbeschäftigung, einige Mittelstädte wie Eichstätt oder Erding haben sie bereits erreicht. Dadurch fehlt München der Druck durch das, was Ökonomen die „letzte Wanderungsoption“ nennen.
Denn Großstädte müssen oft schlucken, was auf dem Land schief geht. Sind dort die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erschöpft, ist der Gang in die Großstadt das letzte Mittel.
Dort stranden dann all jene, deren Qualifikationen nicht für den Arbeitsmarkt genügen. „Im Gegensatz zu anderen Städten haben die Verantwortlichen hier früh begriffen, dass sie durch Zusammenarbeit mehr erreichen können“, sagt IW-Experte Bahrke.
Ob das Zentrum der Biotechnologie in Martinsried oder der Business Park am Flughafengelände bei Freising – rund um München gibt es eine Reihe von kleineren Orten, die dafür sorgen, dass sich die finanziellen Profite des Münchener Humankapitals nicht auf das Stadtgebiet selbst beschränken.
Dabei profitiert München von dem, was in Bayern in den Jahrzehnten unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg passierte. Während die Industriezentren im Westen sich darauf beschränkten, auf die billige Verfügbarkeit von Kohle zu vertrauen und die Schwerindustrie zu stützen, sah sich Bayern mit einem doppelten Problem konfrontiert. Zum einen traf die Flüchtlingswelle der Vertriebenen fast ausschließlich Bayern, zum anderen war das Land so gering industrialisiert wie kein anderes.
Ausgerechnet Kassel. Das ist ein treffender Titel. Vor sechs Jahren bin ich dort weggezogen, weil ich als gut ausgebildeter junger Mann keine Arbeit gefunden habe. Jetzt lebe ich in Frankfurt und sehe aus der Ferne, wie dort nicht nur K+S, SMA und Wintershall einen beispiellosen Boom erleben. Auch die Infrastruktur wird ausgebaut (Flughafen, Uni, RegioTram) und im Umland florieren die Logistik-Unternehmen (Amazon, DHL, Volkswagen Zentrallager).
Wenn die Bank, in der ich arbeite, die Finanzmarktkrise nicht überstehen sollte, kehre ich vielleicht irgendwann in meine nordhessische Heimat zurück. Warum nicht? Dort lässt es sich sehr gut leben. Die Immobilien sind günstig. Das Kulturangebot ist gut. Die Natur ist schön.
Es gibt nur eine Sache, die mich an Kassel stört. Das Wetter.
Wenn man 25 Mio. € des Steuerzahlers verpulvert für ein weiteres Museeum, dass dauerhafte jährlich dann weitere Steuergelder verschlingt ist das absolut keine Erfolg, sondern desaströs. Ich sehe da 0 Grund zur Freude!
INSM also…
o.K. ist also platte Propaganda.
Das Blatt wird immer dünner, ich meine: inhaltlich.
Wusste gar nicht, dass die Holtzbrink-Gruppe zu den Hackfressen um Bouffier, Koch etc. gehört, nice to know!
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