Ständiges Beratungsgremium einrichten
Grüne lehnen neue Klondebatte ab

Die Grünen haben die Forderung des Vorsitzenden des Ethikrats, Spiros Simitis, zurückgewiesen, den Bundestag erneut über das generelle Verbot des Klonens von Menschen entscheiden zu lassen.

HB BERLIN. "Der Bundestag hat sich im vergangenen Jahr mit mehr als zwei Dritteln der Stimmen für ein Verbot des therapeutischen und des reproduktiven Klonens ausgesprochen und die Bundesregierung aufgefordert, sich für eine weltweite Ächtung des Klonens einzusetzen. Ich sehe überhaupt keine Indizien dafür, dass diese Entscheidung heute anders ausfallen würde," sagte die Gentechnikexpertin der Grünen, Christa Nickels, dem Handelsblatt. "Sollten die Befürworter einer weicheren Haltung unter den Abgeordneten eine neue Debatte beantragen, wird es die natürlich geben", fügte Nickels hinzu. Diese würde jedoch keinen anderen Ausgang haben als 2003.

Nickels sprach sich dafür aus, ein demokratisch legitimiertes ständiges Beratungsgremium zu Fragen der Biotechnologie nach dem Modell der Techikfolgenabschätzungskommission des Deutschen Bundestags einzurichten. Es solle in Zukunft den Abgeordneten bei Fragen der Bioethik und der Folgenabschätzung politischer Entscheidungen in diesem Bereich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dies sei besser, als in jeder Legislaturperiode neue Enquetekommissionen einzurichten.

Den Befürwortern einer Lockerung des Klonverbots warf Nickels vor, Schindluder mit den Hoffnungen schwer kranker Menschen zu treiben. "Was da an Heilserwartungen geschürt wird, ist unseriös. Die Marienprozessionen nach Kevelaer sind rational und stocknüchtern im Vergleich dazu," erklärte Nickels.

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