Stahlindustrie
Drei Prozent mehr Lohn und Gehalt

Auszubildende erhalten eine höhere Vergütung und bekommen einen höheren Zuschuss zur Altersversorgung. Die IG Metall mit drei Prozent Lohnerhöhung zufrieden, hatte aber zu Beginn fünf Prozent gefordert.
  • 4

BerlinBei den Tarifverhandlungen für die 75.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie haben die IG Metall und die Arbeitgeber am frühen Mittwochmorgen einen Durchbruch erzielt. Nach zehnstündigen Verhandlungen teilte die Gewerkschaft in Düsseldorf mit, die Stahlarbeiter würden ab dem 1. März 2013 um drei Prozent höhere Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen erhalten. Die Quote der Anspruchsberechtigten auf Altersteilzeit werde für die Laufzeit von vier auf fünf Prozent angehoben. Beschäftigte, die künftig einen Altersteilzeitvertrag abschließen, bekämen einen zwei-prozentigen statt bisher ein-prozentigen Inflationsausgleich für die Abfindungszahlungen zum Rentenübergang.

Für die Auszubildenden, die ab sofort Altersvorsorgewirksame Leistungen in Anspruch nehmen, sei eine Verdoppelung des Arbeitgeberbeitrags auf 26,59 erreicht worden, teilte die IG Metall nach der dritten Verhandlungsrunde weiter mit. Der Anfang des Jahres ausgelaufene Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung sei verlängert worden.

Der IG-Metall-NRW-Bezirksleiter Knut Giesler sprach von einem guten Ergebnis: "Wir haben die Altersteilzeit verbessert, gute Regelungen zur Beschäftigungssicherung erneuert und uns bei der Altersvorsorge der Auszubildenden voll durchgesetzt. Insgesamt eine faire, ordentliche Lösung." Die IG Metall hätte bereits umfassende Warnstreiks geplant, die mit dem jetzt erzielten Verhandlungsergebnis ausgesetzt seien. Die Tarifkommission werde am Donnerstag über den Verhandlungsstand informiert. Eine Entscheidung über die Annahme des Ergebnisses werde erst nach umfassender Diskussion in den Betrieben erfolgen.

Die IG Metall hatte für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Lohn verlangt. Zudem forderte sie, dass mehr Stahlkocher in Altersteilzeit gehen können und Auszubildende höhere Zuschüsse für die Altersvorsorge erhalten. Betroffen sind rund 100 Betriebe in Nordrhein-Wesftalen,Niedersachsen und Bremen. Darunter sind Werke von ThyssenKrupp, Salzgitter und ArcelorMittal.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Stahlindustrie: Drei Prozent mehr Lohn und Gehalt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zu allerst wird Arcelor Mittal (wie schon in Frankreich) pleite sein. Dann sind tausende Menschen arbeitslos. Ich weiß nicht, ob 3% zu wenig sind. Bescheidenheit hat noch niemanden geschadet.

  • Das ist wieder mal so typisch für unsre Gewerkschaften der letzten 15 Jahre.
    Diese 3% sind eine Lahnummer. Hat man Pech, rutscht man in einen höhere Steuertarif und untrm Strich bleibt absolut nichts
    Unser Gewerkschaften sind längst Teil der Politik geworden und vertreten den Arbeitnehmer nicht mehr wirklich

  • @Peligro

    Zur Binnenkonjunktur gehören auch die Investitionen der Unternehmen und die Geräte und Maschinen kommen in der Regel nicht aus China wie unsere Konsumgüter. Als kann man durch zu hohe Lohn- und Gehaltsforderungen diese Investionen abwürgen, an denen auch Arbeitsplätze hängen.

    Es gibt immer zwei Seiten der Medaille.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%