Stahlkonzern
Steinbrück wird Aufseher bei Thyssen-Krupp

In den USA ist es alltäglich, dass Politiker, wenn sie ihr Ministeramt abgeben, wichtige Aufsichtsfunktionen bei Unternehmen einnehmen. In Deutschland erregt es dagegen deutlich mehr Aufsehen. Nun sorgt Peer Steinbrück für Schlagzeilen, weil er Aufsichtsrat bei Thyssen-Krupp wird.
  • 4

HB ESSEN/DÜSSELDORF. Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wird Aufsichtsrat bei der ThyssenKrupp AG. Wie die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung am Freitag in Essen mitteilte, wolle sie den dann 63-Jährigen vom 21. Januar 2010 an für fünf Jahre in den Aufsichtsrat entsenden. Für diesen Tag ist die Hauptversammlung der Holding des Stahl- und Technologiekonzerns angesetzt. Die Stiftung ist mit einem Anteil von 25,33 Prozent größter Einzelaktionär.

Nach Angaben des Unternehmens in Düsseldorf will die Stiftung erstmals ihr satzungsmäßiges Recht ausüben, drei anstatt bislang zwei Aufsichtsräte zu entsenden. Neben Steinbrück sollen der frühere Krupp-Chef Gerhard Cromme und der Rechtsanwalt Kersten von Schenck von der Stiftung entsandt werden. In der laufenden Wahlperiode sind beide bereits Mitglieder. Cromme ist der Vorsitzende des Gremiums, das insgesamt 20 Mitglieder hat.

Hintergrund der Satzungsänderung, die der Stiftung mehr Einfluss sichert, war die Aufstockung des Aktienanteils der Stiftung in den vergangenen Jahren. Gegen die Satzungsänderung hatten Kleinanleger geklagt, waren am Ende jedoch unterlegen.

Kommentare zu " Stahlkonzern: Steinbrück wird Aufseher bei Thyssen-Krupp"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kommentare zu Peer Steinbrück, wie von Tom und aruba zeigen deutlich, dass solche evtl. SPD Anhänger nichts dazu gelernt haben. Deshalb hat die SPD auch so verloren. Peer Steinbrück war einer der Politiker in der Regierung der den richtigen, für alle Deutschen, Weg beschreiten wollte. Dass diese Koriphähe nun in den Thyssen AR berufen wurde, ist eine sehr gute Überlegung des sehr inteligenten Kopfes der Stiftung gewesen.

  • Ein Wechsel aus der Wirtschaft zur Politik und umgekehrt ist bei uns noch eher die Seltenheit. Und wenn es geschieht sollte man es begrüßen und nicht dummes Zeug dazu in die Welt setzen.

    Als Finanzminister hatte Peer Steinbrück den undankbarsten Posten in der alten Regierung. Sein Ziel - einen ausgeglichenen Haushalt kurz vor Augen - haben ihm fünf "unsolide" US-banken einen Strich durch seine Rechnung gemacht. Warum spricht heute so gut wie keiner über die Ursache unsrer Finanzkrise ?

    Steinbrück wurde in der Schweiz zum Sündenbock für eine schweizerischer kriminelle bankenpolitik gemacht und erhielt zu Hause keinen parteipolitischen beistand sondern man kam ihm mit der vornehmen Tour: so spricht man nicht mit Freunden - obwohl dies längst überfällig war.

    Wenn Steinbrück nun in der eigenen Partei nicht mehr als verwendungsfähig gilt, grenzt dies an Dummheit: Die Krise hat das wachsende Problem des Fachkräftemangels nur verschleiert, nicht gelöst. im Aufschwung dürfte das Rennen um die besten Köpfe noch härter werden.

    Ein Aufsichtsratsmandat für Peer Steinbrück bei der ThyssenKrupp AG mag eine Wiedergutmachung sein, für seine Zeit als viel - zu Unrecht gescholtener - Finanzminister.

  • wieder ein beweis für die verlogenheit der spd . wasser predigen und wein saufen,
    genauso so ist auch der herr schröder.
    gabriel und steinmeier sowiso.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%