Standort-Ranking
Deutschland macht kaum Fortschritte

Im aktuellen Standort-Ranking der Bertelsmann-Stiftung klebt Deutschland wie im Frühjahr und Herbst vergangenen Jahres am letzten Platz - noch hinter Italien und Frankreich. Gründe: Die Langzeitarbeitslosigkeit ist weiterhin hoch und auch bei Gesundheitswesen und Alterssicherung der Reformbedarf gewaltig.

ari DÜSSELDORF. Die Erwerbstätigkeit hat sich erhöht und Deutschland in der halbjährlichen Fortschreibung des Standort-Checks der Bertelsmann Stiftung ein paar Pluspunkte gebracht. Dennoch fällt die Erfolgsbilanz der Stiftung für Deutschland im Vergleich mit 20 anderen wichtigen Industriestaaten im Herbst 2005 niederschmetternd aus.

Die Experten der Stiftung konnten der Bundesrepublik im Erfolgsindex zwar mit 67 Punkten einen Punkt mehr geben als im Frühjahr, doch das reichte nicht, um an Italien und Frankreich vorbeizuziehen. Italien verschlechterte sich trotz der in diesem Jahr drohenden Rezession nur um einen Platz. Den Spitzenrang nimmt weiterhin Irland ein, das sich der Maximalpunktzahl von 120 etwas annäherte, gefolgt von den USA. Norwegen konnte sich wieder um einen Rang auf den dritten Platz vorarbeiten und verdrängte Neuseeland, das sogar zwei Plätze verlor.

In den Erfolgsindex des Standort-Rankings gehen die Komponenten Arbeitslosenquote, Erwerbstätigenzahl, Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und das Potenzialwachstum ein. Zusätzlich prüfen die Ranking-Experten der Stiftung, wie sich zwölf maßgebliche Einflussgrößen für Wachstum und Beschäftigung, die ebenfalls auf OECD-Zahlen basieren, seit dem letzten Check entwickelt haben. Der daraus gebildete Aktivitätsindex dient den Experten als „Frühindikator für den Erfolg wirtschaftspolitischen Handelns“. Hier verzeichnet Deutschland Forschritte. Von Platz 20 vor einem Jahr und Platz 17 im Frühjahr rückte die Bundesrepublik auf Platz 16 vor.

Dazu trugen die moderate Lohnpolitik und die höhere Beschäftigungsquote bei. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist dagegen weiterhin sehr hoch, ebenso wie die Arbeitslosenquote älterer Arbeitnehmer. Deshalb blieb die Verbesserung im Aktivitätsindex im wichtigeren Erfolgsindex ohne Wirkung. Frankreich, das sich im Aktivitätsindex um drei Plätze gegenüber dem Standort-Check von April verbessern konnte, ist Deutschland dicht auf den Fersen; Italien trägt unverändert die rote Laterne.

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