Standorte Deutschland
Abwanderung der Gentechnik alarmiert Union

BASF verlagert seine gesamte Gentechniksparte in die USA. Als Grund nannte das Unternehmen mangelnde Akzeptanz für die Pflanzenbiotechnologie. Die Union befürchtet negative Auswirkungen für den Standort Deutschland.
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BerlinDie Union sieht die Verlagerung der BASF-Gentechniksparte in die USA als Rückschlag für den Technologiestandort Deutschland. „Es darf nicht sein, dass BASF seine ganze Genforschung auslagert“, sagte der Vizevorsitzende der Unions-Fraktion, Michael Fuchs bei einem von seiner Fraktion organisierten Wirtschaftskongress in Berlin. „Da geht uns eine ganze Wertschöpfungskette verloren.“

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hatte vor wenigen Wochen mitgeteilt, dass er den europäischen Markt für Pflanzenbiotechnologie weitgehend aufgebe. Der Sitz des Tochterunternehmens für grüne Gentechnik werde von Limburgerhof bei Ludwigshafen in die USA verlegt. Zur Begründung hieß es, in weiten Teilen Europas fehle noch immer die Akzeptanz bei der Mehrheit der Verbraucher, Landwirte und Politiker für die Pflanzenbiotechnologie.

CDU-Wirtschaftspolitiker Fuchs sagte dazu. es könne nicht sein, dass der Standort Deutschlands durch „Freaks“ zurückgeworfen werde. „Deutschland muss technologiefreundlich bleiben“, betonte er. Daher sei einer der vordringlichsten Aufgaben, ein technologiefreundliches Klima zu erzeugen. Dass müsse schon in der Schule beginnen, sagte Fuchs.

Der CDU-Politiker nannte als weitere Herausforderungen, denen die Politik „offensiv“ begegnen müsse, die Energiewende sowie das Streikrecht. „Energiepreise dürfen den Standort Deutschland nicht gefährden“, sagte Fuchs. Zwar habe die Politik keinen Einfluss auf die Entwicklung des Gaspreises. Doch der überragende Einfluss des russischen Konzerns Gazprom sei jetzt schon „gefährlich und sollte so nicht sein“.

Auch dürften die Energiepreise im Zuge der Energiewende nicht aus dem Ruder laufen. Zwar sei der Netzausbau für den Stormtransport eine teure Angelegenheit. Doch müsse man bei allem, was an Erneuerbaren Energien produziert werde, auf die Kosten geachtet werden. „Erneuerbare Energien müssen wettbewerbsfähig bleiben“, betonte Fuchs unter Hinweis auf die Situation in Frankreich. Die Industriestrompreise seien dort schon jetzt um etwa 40 Prozent günstiger als in Deutschland.

Fuchs plädierte überdies mit Blick die Streiks am Frankfurter Flughafen für eine Änderung des Streikrechts. Zwar solle sie die Koalitionsfreiheit gewahrt bleiben. „Aber es kann nicht sein, dass eine radikale Minigewerkschaft einen ganzen Flughafen lahmlegt und dabei Kollateralschäden in anderen Industriezweigen anrichtet“, sagte der CDU-Politiker. „Das hat mit Streikrecht nichts mehr zu tun.“ Die Lufthansa könne auch keine Mitarbeiter aussperren. Daher sei keine Waffengleichheit mehr gegeben. „Das muss geändert werden.“

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

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  • Ich sehe hier nur einen Freak. Einen neoliberalen Freak. Genfood ist wie Fastfood ohnhin nur zur Ernährung der Unterschicht gedacht. Die Oberschicht leistet sich bessere Nahrungsmittel.

  • du brauchst anscheinend nix zu essen? Nein? da können wir doch die dummen Landwirte versauern lassen!

    Fresst alle euren Genscheiß, viel Spass!

  • Bei Gentechnik von einer "Wertschöpfungskette" zu sprechen, etwas arroganteres habe ich selten gehört!

    "Wir können keinen Stuhl herstellen, aber wir können lila-gepunktetes Holz wachsen lassen !"

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