Standortschließungen
Bundeswehr baut 90.000 Stellen ab

Mit drastischen Maßnahmen will Verteidigungsminister de Maiziere die Bundeswehr auf Vordermann bringen. Gut 60 der knapp 330 Bundeswehr-Standorte stehen vor dem Aus. Damit fallen auch zehntausende Stellen weg.
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Berlin/Glücksburg/FürstenfeldbruckDas Bundeskabinett hat das Konzept von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) zur Schließung zahlreicher Bundeswehr-Kasernen gebilligt. De Maiziere will 31 der insgesamt 328 Bundeswehr-Einrichtungen komplett schließen und weitere 33 Standorte so weit reduzieren, dass sie künftig weniger als 15 Mitarbeiter umfassen. Die sechs Großstandorte, die geschlossen werden sollen, liegen in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Schleswig-Holstein verliert mit acht Einrichtungen die meisten Standorte und gibt damit auch den Titel als Land mit der höchsten Bundeswehrdichte je Einwohner an das strukturschwache Mecklenburg-Vorpommern ab.

Abgesehen von den Kasernenschließungen sollen weitere 57 Standorte signifikant verkleinert werden und um mehr als 500 Dienstposten oder die Hälfte ihrer Beschäftigten schrumpfen. Die Bundeswehr wird damit künftig noch an 264 Standorten stationiert sein.

Die Schließung der Kasernen ist eine Folge der Neuausrichtung der Bundeswehr sowie des massiven Truppenabbaus und der Aussetzung der Wehrpflicht. Durch den Umbau der Truppe fallen rund 90.000 Dienstposten für Berufs- und Zeitsoldaten, Wehrdienstleistende und zivile Beschäftigte weg, für die in der bisherigen Infrastruktur der Bundeswehr jedoch noch Arbeitsplätze und Unterkünfte vorgehalten wurden. Zudem sollen weniger Kampfjets, Hubschrauber und Schützenpanzer beschafft sowie anderes Gerät ausgemustert werden, was ebenfalls Folgen für die Standorte hat.

Die FDP zeigte sich zufrieden mit dem neuen Stationierungskonzept. „Damit wird endlich die Verunsicherung bei den Bundeswehrangehörigen und ihren Familien beendet“, sagte FDP-Wehrexpertin Elke Hoff. Hoff zeigte Verständnis für die Sorgen der Kommunen, die durch eine Standortschließung betroffen sind. Daher forderte die FDP-Bundestagsfraktion laut Hoff die Bundesregierung auf, betroffene Kommunen in strukturschwachen Regionen zu unterstützen.

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  • Interessanter Beitrag, mwi. Wie so häufig wird von einem Menschen, der offenbar nicht zum produktiven Teil der Bevölkerung gehört und daher die Wunschträume bestimmter Gruppen nicht finanzieren muss, mit bemerkenswert dämlichen Argumenten (Stichwort Feuerwehr) ein katastrophal ineffizientes System zu rechtfertigen versucht.

    Ich empfehle, ein wenig über den Tellerrand zu schauen! Bildung und andere Investitionen in die Zukunft kosten Geld - ganz schön blöd, was? Und darum muss man eben Prioritäten setzen zwischen den Ausgaben für die teuren Spielzeuge, die einige sich für den einen oder anderen Auslandseinsatz wünschen und den Ausgaben für die Bildung der nächsten Generation, damit ein möglichst großer Teil dieser Generation in produktiver Weise ihren gesellschaftlichen Beitrag leisten kann.

    Eventuell täte es hier einigen gut, ein paar Jahre in bescheidenere Regionen der Welt ihren Lebensmittelpunkt zu verlagern. Dann würden sie nämlich im praktischen Umgang mit beschränkten Ressourcen die Bedeutung des Wortes "Effizienz" (sowie seines Gegenteils: Bundeswehr) begreifen.

  • Ich tue mir schwer mit dem Gedanken, militärische Fähigkeiten zu verlieren. Mit dieser Mini-Armee, 3 Divisionen im Heer z.Bsp., ist Deutschland nicht zu schützen. Ich warne davor, aus den derzeit friedlichen Zeiten auf einen Frieden für alle Zeiten zu schließen. Das kann ganz schnell gehen.

  • Interessante Diskussion; wie häufig von Menschen ,die Sicherheit mangelhaft bewerten oder denen es einfach zu gut geht.
    Fehlen nur noch Argumente wie: auch die Feuerwehren in den Regionen abschaffen, weil es 3 Jahre nicht gebrannt hat.
    Ich empfehle ein wenig über den Tellerrand hinaus zu schauen ! Sicherheit kostet Geld - ziemlich – ganz schön blöd was ?! Eventuell täte es hier einigen gut, ein paar Jahre in bescheidenere Regionen der Welt ihren Lebensmittelpunkt zu verlagern.

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