Starker Beschäftigungszuwachs
Experten rechnen für 2008 mit Lohnplus

Der Chef der fünf Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, rechnet für das kommende Jahr mit dem stärksten Lohnplus seit 13 Jahren. Der „Bild“-Zeitung (Montagausgabe) sagt er: „Die Bruttolöhne und Gehälter werden je Beschäftigten um 3,5 Prozent steigen.

HB HAMBURG. „Die reale Bruttolohn- und Gehaltssumme je Arbeitnehmer wird um 1,5 Prozent steigen - das ist das kräftigste Plus seit 1995.“ Rürup und andere Experten verwiesen allerdings auf die Inflation, die trotz leichten Rückgangs einen erheblichen Teil der Lohnsteigerungen aufzehren dürfte. Der Präsident des Ifo-Instituts, Werner Sinn, erwartet ebenfalls Lohnabschlüsse in der von Rürup genannten Höhe. „Real bedeutet das allerdings nur einen Zuwachs von 0,5 Prozent“, sagte er. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, hielt sich mit seiner Prognose eher zurück: „Hohe Lohnsteigerungen können nur gut ausgebildete Fachkräfte erwarten. Das durchschnittliche Lohnplus von zwei Prozent wird durch die Inflation aufgefressen. Die Reallöhne werden also stagnieren.“ Damit gebe es aber wenigstens keinen Kaufkraftverlust.

Die drei Wissenschaftler sagten eine verhaltene Preissteigerungsrate voraus, die leicht unter dem Wert von 2007 liegen soll. „Ich erwarte keine neuen Preisschocks bei Energie oder Lebensmitteln“, meinte Zimmermann. Die Teuerungsrate schätzt er auf weniger als zwei Prozent. Für Sinn gibt es keinen Grund für „Inflationsalarm“. Er geht von 2,3 Prozent aus. „Gemessen an den D-Mark-Zeiten ist dies ein moderater Preisanstieg. In ihren 53 Jahren hatte die D-Mark durchschnittlich 2,6 Prozent pro Jahr an Wert verloren“, sagte Sinn. Rürup erwartet einen Rückgang der Teuerungsrate von 2,1 in diesem auf 2,0 Prozent im nächsten Jahr aus. Die drei Wissenschaftler prognostizierten für 2008 ein weiterhin starkes Beschäftigungswachstum und eine Senkung der Arbeitslosenzahl um rund 300.000 auf durchschnittlich 3,5 Millionen voraus. Sinn nannte als Grund die Reformagenda 2010 von Ex-Kanzler Gerhard Schröder.

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