Start-ups
Hoffnung für Wagniskapitalgeber

Ein von Schäuble geplantes Gesetz zur Investmentbesteuerung war auf massiven Widerstand gestoßen. Kritiker fürchten, dass den Start-ups damit der Geldhahn zugedreht werden würde. Nun lenkt der Finanzminister ein.
  • 0

Berlin Nach massiver Kritik aus der Großen Koalition zeigt sich das Bundesfinanzministerium offen für Änderungen beim geplanten Investmentsteuerreformgesetz. Man wolle im Dialog mit den betroffenen Branchen klären, wie man deren Bedenken ausräumen könne, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums dem Handelsblatt (Montagausgabe). Man prüfe auch, ob Wagniskapital für Start-up-Firmen entgegen der ursprünglichen Pläne weitgehend steuerfrei bleiben könne.

Bis zum 25. August können die Verbände ihre Stellungnahmen zu dem Gesetz einreichen. Danach beginnt die Ressortabstimmung. Mit dem Gesetz ordnet Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Besteuerung von Investments neu. Für Ärger sorgten vor allem die Regeln zum Streubesitz, also Anteilen an Unternehmen von unter zehn Prozent. Schäuble will künftig Steuern fordern, wenn Firmen solche Anteile an anderen Unternehmen mit Gewinn verkaufen. Damit will er eine Lücke zwischen der Besteuerung von Dividenden und Veräußerungsgewinnen schließen. Das trifft auch Start-up-Unternehmen. Sogenannte Business-Angels kaufen kleinere Anteile an jungen Firmen. Mit diesem Wagniskapital finanzieren die Start-ups dann ihr weiteres Wachstum.

Im September will die Regierung auf einer Koalitionsklausur die Förderung von Wagniskapital diskutieren. Eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern des Finanz- und Wirtschaftsministeriums sowie des Kanzleramts arbeitet derzeit an Eckpunkten. Dass Schäuble wenige Wochen vorher ein Gesetz vorlegt, mit dem die Besteuerung verschärft wird, sorgte intern für Ärger. Im Finanzministerium diskutiere man nun Nachbesserungen, hieß es. Dabei soll es auch darum gehen, ob Wagniskapital bei Start-ups weitgehend steuerfrei bleiben könne. Ob das rechtlich möglich sei, werde geprüft. Das Problem: Eine Ausnahme für Start-ups könnten auch Steuertrickser nutzen.

Kommentare zu " Start-ups: Hoffnung für Wagniskapitalgeber"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%