Start-ups
Mehr Gegenwind für Finanzminister Schäuble

Finanzminister Schäuble ärgert die Start-up-Branche mit seinen Plänen zur Besteuerung von Wagniskapital. Ein Expertengremium um Quandt-Erbin Klatten und Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen stellt sich gegen das Vorhaben.

Berlin „Es gibt zu wenig Wagniskapital“ – zu diesem Schluss kommt ein Expertengremium um Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen, Quandt-Erbin Susanne Klatten und Andreas Preuß, Vize-Chef der Deutschen Börse. Das Angebot an Venture Capital in Deutschland für die Wachstumsfinanzierung sei „unzureichend“. Das stelle eine „gravierende Schwäche des deutschen Innovationssystems“ dar, heißt es in dem Abschlussbericht des Roundtables „Mehr Börsengänge von jungen Wachstumsunternehmen in Deutschland“, der Freitagmittag vorgestellt wird.

Gerade einmal rund 650 Millionen Euro Wagniskapital bekamen deutsche Firmen in der Wachstumsphase im vergangenen Jahr – in anderen Ländern, etwa den USA, erhalten Start-ups oft das Vielfache davon. Die Bundesregierung hatte sich deshalb in ihren Koalitionsvertrag geschrieben, die Finanzierungsbedingungen für Gründer zu verbessern. Auch den Start eines neuen Börsensegments „Markt 2.0“ wollte sie prüfen.

Zuletzt verärgerte die Bundesregierung die Start-ups jedoch vor allem. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wollte Veräußerungsgewinne aus Streubesitz – also Gewinne aus dem Verkauf von privaten Beteiligungen von unter zehn Prozent an Kapitalgesellschaften – besteuern. Begründet wird das mit einem Urteil das EUGH, das umgesetzt werden müsse.

Die Branche lief Sturm und taufte das Vorhaben „Anti-Angel-Gesetz“, in Anspielung auf die Business Angel, private Geldgeber für Start-ups. Die Regierung versprach, das Gesetz noch einmal zu prüfen. Die Empfehlung des Roundtables, der von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ins Leben gerufen wurde, ist eindeutig: „Die Bundesregierung wird aufgefordert sicherzustellen, dass bei der Besteuerung von Veräußerungsgewinnen aus Streubesitz Mehrbelastungen für Wagniskapital vollständig vermieden werden“. Ein konkreter Vorschlag, wie die Wagniskapitalgeber geschützt werden könnten, fehle jedoch noch, kritisiert Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Startups.

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15-20 Börsengänge von Wachstumsunternehmen pro Jahr

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