Stasiverdacht
Rot-Rot in Brandenburg gerät unter Druck

Die rot-rote Koalition in Brandenburg wird erneut von einem Stasi-Fall erschüttert. Die Landtagsabgeordnete der Linken und Vizepräsidentin des Parlaments, Gerlinde Stobrawa, soll vom DDR-Ministerium für Staatssicherheit als inoffizielle Mitarbeiterin geführt worden sein – Deckname „Marisa“.
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HB POTSDAM. Über die angebliche Stasimitarbeit berichteten übereinstimmend „Bild“-Zeitung, „Berliner Morgenpost“ und der RBB am Donnerstag. Stobrawa, die auch ehrenamtliche Bürgermeisterin von Bad Saarow ist, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der Landesvorsitzende der Linkspartei, Thomas Nord, betonte, Stobrawa sei nach seiner Kenntnis „öffentlich“ mit ihrer Vergangenheit umgegangen. Nach mehrmonatigen Überprüfungen 1991 im Landesparlament habe sie keine Empfehlung zur Aufgabe des Mandats erhalten, sagte Nord der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nach der Wahl zur Vizepräsidentin des Parlaments im Jahr 2005 habe sie sich nach seiner Kenntnis in allen Fraktionen vorgestellt und über ihre DDR- Vergangenheit informiert.

Nach Angaben der Stasi-Unterlagenbehörde gibt es Unterlagen und eine Karteikarte, nach der Stobrawa unter dem Decknamen „Marisa“ geführt wurde. Die Akte selbst besteht nur aus einem leeren Deckel. In anderen Unterlagen wurden aber Berichte von IM „Marisa“ gefunden, die auf Band gesprochen und später abgeschrieben wurden. Berichten zufolge soll jedoch keine Verpflichtungserklärung gefunden worden sein.

Danach lieferte die heute 60-Jährige Stobrawa seit 1987 als Mitglied des Rates des Bezirks Frankfurt (Oder) Informationen. Seit 1990 gehört sie dem Landtag an. Erst am vergangenen Dienstag hatte die Linksfraktion ihrem Mitglied Gerd-Rüdiger Hoffmann wegen verschwiegener Stasi-Kontakte zur Aufgabe des Mandats aufgefordert.

Die Bildung der ersten Koalition von SPD und Linkspartei in Brandenburg war bei den politischen Gegnern auf zum Teil scharfe Kritik gestoßen. Aufgrund mehrerer Stasi-Vergangenheiten bei Linken- Abgeordneten war Ministerpräsident Matthias Platzeck ein „Tabubruch“ und ein Verrat an den Idealen der friedlichen Revolution von 1989 vorgeworfen worden.

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  • Herr Matschi (Thüringen) hat sich richtig entschieden und hat keine Koalition mit der Partei DiE LiNKE (mit bodo Ramelow) getätigt!

    Mit der Partei DiE LiNKE (SED-PDS-WASG) kann es von der SPD aus keine Versöhnung geben!

    Noch nicht einmal der christliche SPD Versöhner Johannes Rau war bereit mit dieser Partei in einen
    Versöhnungsprozess einzusteigen!

    Das was M.P. Platzeck in brandenburg macht, wird der SPD bei den nächsten Wahlen die demokratischen Wählerstimmen kosten!

    M.P. Platzeck hat nicht aus der Geschichte gelernt!

    Die Partei DiE LiNKE muss ihre SED-STASi-Vergangenheit über die Opfer in der DDR Zeit aufarbeiten und sich bei den Opfern öffentlich Endschuldigen.

    Die Täter der Opfer dürfen keine politischen b. z. w. Öffentlichen Ämter in unserer demokratischen Republik ausüben, b. z. w. tätig sein!

    Dies muss aufgearbeitet werden!

    bernd Heinicke

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