Statistik des Bundesarbeitsministeriums
Netto bleibt Deutschen nicht mehr als 1986

Die Nettoverdienste der Arbeitnehmer in Deutschland sind nach einer Statistik des Bundesarbeitsministeriums im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Brutto stand zwar erheblich mehr auf der Lohnabrechnung, doch die Abzüge kletterten in atemberaubender Weise.

HB BERLIN. Wie die Bild-Zeitung am Montag unter Berufung auf die Statistik berichtet, zahlte 2006 jeder Arbeitnehmer im Schnitt 9 291 Euro an Lohnsteuer und Sozialbeiträgen. Im Vergleich zum Jahr 1986 (5 607 Euro) sei dies ein Anstieg um fast 66 Prozent. Die Bruttolöhne seien im selben Zeitraum nur um 48 Prozent von 22 333 Euro auf 33 105 Euro im Jahr gestiegen.

Dadurch ergibt sich ein durchschnittlicher Nettorealverdienst - also das Einkommen nach Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen sowie unter Berücksichtigung der Inflation - von 15 845 Euro im Jahr 2006. 1986 habe der Nettorealverdienst bei 15 785 Euro gelegen.

Der Direktor des Instituts für Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen, Rudolf Hickel, sagte dem Blatt: „Die Bruttolöhne sind vergleichsweise gering gestiegen, weil die Unternehmen Zusatzleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld abgebaut haben.“ Auch die Inflation habe die Nettoeinkommen gesenkt. So hätten die Löhne in den vergangenen fünf Jahren um 4,1 Prozent zugelegt, die Preise dagegen um 7,1 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%