Statistik
Gehälter konnten mit Preisanstieg nicht mithalten

Lohnerhöhungen verpuffen durch die Teuerung: Die Arbeitnehmer in Deutschland haben im Sommerquartal erneut reale Einkommensverluste hinnehmen müssen. Spitzenverdiener waren die Beschäftigten bei Banken und Versicherern - trotz der Finanzkrise.

HB WIESBADEN. Zwar stiegen die durchschnittlichen Bruttoverdienste verglichen mit dem Vorjahr um drei Prozent auf 3105 Euro pro Monat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das Plus wurde jedoch durch die Inflation wieder aufgefressen, die mit 3,1 Prozent noch höher war. Schon im zweiten Quartal verpufften die Lohnerhöhungen durch die Teuerung. Weil seit dem Sommer die Inflation aber wieder deutlich gesunken ist, dürften die Arbeitnehmer in Deutschland nach Einschätzung des gewerkschaftsnahen WSI-Institut 2008 erstmals seit 2003 real wieder mehr in der Tasche haben.

Bei den Verdiensten gab es enorme Unterschiede zwischen den Beschäftigten in Ost- und Westdeutschland: Während die Arbeitnehmer in den alten Bundesländern im Schnitt 3224 Euro je Monat und damit 2,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor verdienten, mussten sich ihre Kollegen im Osten mit 2355 Euro begnügen - allerdings fiel hier der Anstieg mit 3,4 Prozent etwas höher aus.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen waren beträchtlich: So hatten die Beschäftigten im Bergbau deutlich mehr auf dem Lohnzettel stehen und konnten sich über einen Einkommensanstieg um 5,3 Prozent auf 3323 Euro je Monat freuen. Auch die Arbeiter und Angestellten in der Energie- und Wasserwirtschaft verzeichneten mit 4,7 Prozent auf 3984 Euro ein sattes Lohnplus. Schlusslicht war das Gastgewerbe, wo es lediglich eine Einkommenserhöhung um 1,9 Prozent auf 1890 Euro gab.

Trotz der Finanzkrise waren die Beschäftigten bei Banken und Versicherern erneut Spitzenverdiener: Sie kamen auf durchschnittlich 3993 Euro je Monat und konnten sich über ein Lohnplus von 3,8 Prozent freuen. Auch die Beschäftigten in der angeschlagenen Automobilbranche verdienten deutlich mehr als der Durchschnitt: Sie erhielten 3801 Euro je Monat, immerhin noch ein Plus von 2,7 Prozent.

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