Statistik
Hochqualifizierte Auswanderer hält es nicht lang in der Ferne

Im Jahr 2006 wanderten rund 155.000 Deutsche aus. Darunter sind auch immer mehr Wissenschaftler und Fachkräfte. Doch die meisten hochqualifizierten Arbeitskräfte, die Deutschland verlassen, kehren einer Statistik zufolge wieder in ihre Heimat zurück.

HB MÜNCHEN. Von den deutschen Wissenschaftlern hielten sich vier Fünftel weniger als ein Jahr lang im Ausland auf, heißt es in dem Papier des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung. Der Anteil der Hochqualifizierten unter den Auswanderern sei zwar leicht gestiegen. Es sei jedoch fraglich, ob deshalb von einem „brain drain“ – also dem massenhaften Verlust der besten Köpfe – gesprochen werden könne. Eine Zunahme langfristiger oder dauerhafter Auslandsaufenthalte lasse sich nicht nachweisen.

„Auswandern bedeutet heute nicht mehr wie noch vor 50 Jahren eine Lebensentscheidung ein für alle Mal, sondern eher ein Mosaikstein einer lebenslangen Mobilitätsstrategie“, sagte der Migrationsforscher Thomas Straubhaar laut einer Vorabmeldung dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Die Mobilität der Deutschen findet der Direktor des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts eher ermutigend als Besorgnis erregend. „Seit Jahrzehnten sagen wir den jungen Menschen, wie wichtig es ist, ins Ausland zu gehen und Erfahrungen zu sammeln“, erklärte er. „Jetzt ist die Saat aufgegangen.“

Im Jahr 2006 wanderten rund 155.000 Deutsche aus, vor allem nach West- und Osteuropa, aber auch in die USA und nach Kanada. Lieblingsziel war die Schweiz, wobei berufliche Gründe für die Auswanderungen die Hauptrolle spielten. Die Geschäftsführerin des Hamburger Raphaels-Werks, Gabriele Mertens, schätzt die Zahl der Auswanderer noch höher. „Die Statistik erfasst nur diejenigen, die ihren ersten Wohnsitz abmelden, aber viele Emigranten behalten ihn zunächst“, sagte sie dem Magazin.

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