Statistik
Weniger Geburten, mehr Sterbefälle

Trotz des Elterngeldes ist die Zahl der Geburten in Deutschland im vergangenen Jahr wieder gesunken. Die Zahl der Sterbefälle stieg dagegen laut Statistischem Bundesamt an, ebenso die Zahl der Eheschließungen.

HB BERLIN. 2008 seien 675 000 Kinder zur Welt gekommen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Dies waren 8000 und damit 1,1 Prozent weniger als im Jahr davor. Vor allem im letzten Quartal lag die Geburtenrate deutlich unterhalb des Vorjahres. Von Januar bis September war die Geburtenzahl noch um 3400 auf 517 549 gestiegen.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hatte aufgrund der Auswertung der ersten drei Quartale daher im Februar von einem anhaltend positiven Trend bei der Geburtenrate gesprochen und diesen insbesondere das Elterngeld zurückgeführt. Das Statistische Bundesamt hatte ursprünglich gar 680 000 bis 690 000 Geburten für das Gesamtjahr prognostiziert.

Angesichts der aktuellen Zahlen mahnte von der Leyen nun eine entschlossene Umsetzung von Erleichterungen für junge Familien an. „Hier müssen wir einfach noch besser werden“, sagte sie. „Den ungewöhnlichen Einbruch der Geburtenzahlen im letzten Quartal 2008 hat niemand vorausgesehen“, sagte sie nun. „Der Anstieg 2007 bis September 2008 und der anschließende Rückgang zeigen, was der Mut zu Kindern für ein zartes Pflänzchen ist.“ Junge Familien bräuchten gezielte Hilfen wie das Elterngeld, verständnisvolle Arbeitgeber und eine gute Kinderbetreuung. „Erst alles zusammen macht Mut“, sagte die Ministerin.

Entscheidend seien die Jahre bis 2013. Mit dem beschlossenen Kinderförderungsgesetz gibt es von 2013 an einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Das Betreuungsangebot muss deshalb auf 750 000 Plätze verdreifacht werden. Bildungsforscher hatten sich bereits im Februar zurückhaltend gezeigt und betont, Familienpolitik wirke sich nur langfristig aus.

Von der Leyen forderte die Arbeitgeber auf, gerade in Krisenzeiten ihre Fachkräfte nicht in andere Länder ziehen zu lassen, wo die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf schon Alltag sei.

Wie die Statistiker mitteilten starben überdies im vergangenen Jahr in Deutschland 844 000 Menschen, 20 000 oder 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit starben 168 000 Menschen mehr als geboren wurden.

Einen Anstieg verzeichneten die Statistiker bei der Zahl der Eheschließungen: 375 000 Paare gingen 2008 in Deutschland den Bund fürs Leben ein. Dies waren 7000 (1,8 Prozent) mehr als 2007.

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