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11.10.2005 
Wunsch des Präsidenten des Statistischen Bundesamtes Johann Hahlen

Statistiker fordern neue Volkszählung

Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, hält eine neue Zählung der Bevölkerung in Deutschland für nötig.

HB BERLIN. Die Veränderungen seit der letzten Volkszählung 1987 im Westen und einer Erhebung 1983 in der damaligen DDR seien so gravierend, „dass wir in Deutschland wieder einen Zensus brauchen“, sagte Hahlen am Dienstag in Berlin bei der Vorlage des Statistischen Jahrbuchs.

Die auf einer Fortschreibung der vorliegenden Daten beruhende Bevölkerungsstatistik werde im Laufe der Jahre immer unschärfer. Danach zählt die Bevölkerung in Deutschland derzeit 82,5 Millionen. Durch die Wiedervereinigung, den zunächst starken Zuzug von Spätaussiedlern, die Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen und weitere Bevölkerungsbewegungen hätten sich die Daten erheblich verändert.

Nach Auffassung der Statistiker sollte sich Deutschland an der für 2010/2011 geplanten EU-weiten Zensusrunde beteiligen. Zur Beginn der neuen Legislaturperiode forderten sie die Politik auf, zur Vorbereitung dieser Erhebung bis spätestens 2007 ein Gesetz für den Aufbau eines Gebäude-Adressregisters zu verabschieden.

Im Unterschied zu 1987, als es erheblichen Widerstand gegen die Volkszählung gab, trat Hahlen für einen „registergestützten Zensus“ ein. Dabei sollten die Melderegister bei den Kommunen und die Register der Bundesagentur für Arbeit genutzt werden. Ergänzt werden sollten diese Daten durch Stichproben und Gebäudezählungen.

Den von der Wirtschaft oft beklagten Aufwand für die vorgeschriebene amtliche Statistik will das Bundesamt verringern. Die Meldeschwellen würden angehoben, viele, vor allem kleinere Unternehmen seien schon aus der Berichtspflicht entlassen worden. Zudem soll eine neue Software das Erstellen der Statistiken erleichtern. Laut Hahlen untersucht sein Bundesamt derzeit im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) den Zeitaufwand, den Unternehmen mit den Anforderungen der amtlichen Statistik haben.

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