Statistisches Bundesamt
Rekord bei Studienanfängern in Deutschland

Noch nie haben in Deutschland so viele jungen Menschen ein Studium begonnen wie in diesem Jahr. Das liegt allerdings vor allem an geburtenstarken Abitur-Jahrgängen. Wer sich die Zahlen genauer ansieht erkennt, dass heute weniger Abiturienten studieren als vor sechs Jahren. Unterdessen warnt die Hochschulrektorenkonferenz vor einer Verschärfung der Proteste.
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HB BERLIN/WIESBADEN. Insgesamt schrieben sich 423 400 Frauen und Männer erstmals für ein Studium an einer Hochschule ein. Das sind knapp sieben Prozent mehr als 2008, meldete das Statistische Bundesamt am Mittwoch. Die Zahl aller Studenten stieg damit auf rund 2,13 Millionen. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Der neue Studienanfängerrekord ist vor allem eine Folge der extrem geburtenstarken Abiturjahrgänge, die in den vergangenen Jahren die die Schule verlassen haben. Hinzu gibt es in einigen Bundesländern Auswirkungen wegen der doppelten Abiturientenjahrgänge nach der Schulzeitverkürzung von neun auf acht Jahre. Erstmals wurden auch rund 10 000 Anfänger an den aufgewerteten baden-württembergischen Berufsakademien mit in der Hochschulstatistik ausgewiesen.

Im Saarland führte die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium (G8) 2009 zu einem doppelten Abiturientenjahrgang und damit einer steigenden Zahl von Erstimmatrikulierten. In Sachsen-Anhalt hatte es diesen Effekt schon 2007 gegeben.

Weniger Abiturienten studieren

Gleichwohl verzichtet ein erheblicher Anteil junger Menschen auf ein Studium. Verglichen mit dem Anfänger-Rekordjahr 2003 verließen in diesem Jahr zwar rund 22 Prozent mehr junge Menschen mit dem Zeugnis der Hochschulreife ihre Schule. Es schrieben sich aber nur rund zwölf Prozent mehr Studienanfänger ein.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, warnte vor einer Verschärfung der anhaltenden Studentenproteste. "Wir sind besorgt über die in so hohem Maße geäußerte Unzufriedenheit über die Studiensituation", sagte Wintermantel in einer Pressekonferenz in Berlin, die zuvor von etwa 50 Studenten für besetzt erklärt worden war.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan sprach von einer "sehr erfreulichen Entwicklung". Die neuesten Zahlen zeigten auch, dass die Maßnahmen des Hochschulpaktes Wirkung zeigten. Die CDU-Politikerin verwies auf den Bildungsgipfel 2008, bei dem sich Bund und Länder zum Ziel gesetzt hatten, die Studienanfängerquote auf mindestens 40 Prozent zu erhöhen. Diese Zielmarke wurde laut Statistischem Bundesamt erstmals 2008 überschritten (40,3 Prozent). 1999 hatte sie noch bei 31,3 Prozent gelegen.

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