Steinbrück gegen Merkel
„Europa ist nicht Physik“

Die Kanzlerin hat die Euro-Krise nicht verstanden, ihre Regierungspolitik ist „dämlich“, „schamlos“ und „schwachsinnig“. Bei seiner Parteitagsrede fand Peer Steinbrück markige Worte. Der Wahlkampf hat begonnen.
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BerlinEines steht nach der Parteitagsrede von Peer Steinbrück fest: Sollte er Kanzlerkandidat der SPD werden, wird der Wahlkampf alles – nur nicht langweilig. Die Phase des Warmlaufens hat Steinbrück mit seiner Rede beendet, er sucht jetzt das direkte Duell mit der Kanzlerin.

Angela Merkel fehle der Zugang zur europäischen Geschichte, warf der frühere Finanzminister der Naturwissenschaftlerin vor. Sie sehe das Ganze sehr „physikalisch“, kritisierte Steinbrück. „Europa ist nicht Physik“, rief er den Delegierten in Berlin zu. „Europa ist viel mehr.“

Sein Hauptvorwurf an Merkel sei, dass sie mit negativen Begriffen wie Transferunion oder Haftungsgemeinschaft Ressentiments hervorrufe. Deutsche Solidarleistungen für Europa seien aber richtig, betonte Steinbrück.

Er warnte eindringlich vor einem Auseinanderbrechen des Euros. „Ein Zerfall der Euro-Zone hätte schnell die politische Renationalisierung zufolge“, sagte der 64-Jährige. Steinbrück betonte, Europa stehe am Scheideweg. „Zerfällt die europäische Union in einen losen Staatenbund, reduziert auf einen Binnenmarkt?“

Kommentare zu " Steinbrück gegen Merkel: „Europa ist nicht Physik“"

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  • nur das alle eine Stimme haben.

    also wird gewaehlt, was die besten Steuergeschenke macht.

    Solange das System so laeuft, wird sich nichts aendern.

    Ein system: Waehlerstimmen nach Steuerlast, wuerde helfen....

    Aber ist natuerlich....

  • Besser Steinbrück als Merkel? Oder doch eher umgekehrt? Pest oder Cholera? Kugel oder Strick?
    Das Ergebnis bleibt gleich... Politik, die auf Wahlkampf anstatt auf das Wohl der Nation/Europa ausgerichtet ist. In welchem Land soll das bitte anders sein?
    Erstes Ziel: Staatsschulden loswerden - aber wie? Hartz IV abschaffen. Durch einen Amtsarzt prüfen lassen ob jemand arbeitsunfähig ist und nicht irgendeinen Dorfarzt. Die arbeitsfähigen dann in den Gemeindedienst nehmen und ordentlich bezahlen, die die sich verweigern: ab unter die Brücke.
    Das hat zwei Vorteile: Arbeitgeber können bei Personalbedarf nicht mehr unterhalb des Hartz IV Levels bezahlen, der Staat muss nicht mehr draufzahlen und es gäbe genug Leute, die im Winter die Gehwege der Arbeitenden Bevölkerung von Schnee und Eis befreien und die das Straßenbild sauber halten.
    Wer nicht dafür hart arbeitet, soll sich weder Urlaub, Handy, PC oder ein anderes Luxusgut leisten können. Dann würde Arbeit auch wieder Spaß machen, wenn diese nicht im Gewissen verrichtet wird 1/2 Jahr lang nur für diejenigen zu Arbeiten, die es sich aufgrund politischer Schwäche in diesem Land leisten können auf der Couch zu hocken...

  • Ein akademischer Grad in der DDR war doch nur möglich, wenn man in der Partei war und Linientreue zeigte. Oder etwas nicht?

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