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15.10.2008 
Stabilisierung des Finanzsystems

Steinbrück prescht bei Managergehältern vor

Managergehälter sollten nach Auffassung von Finanzminister Peer Steinbrück drastisch begrenzt werden. Der SPD-Politiker schlug bei der Erläuterung des Rettungspakets der Bundesregierung eine Deckelung der Bezüge von 500 000 Euro pro Jahr vor – und stößt damit auf harsche Kritik.

Steinbrück will die Managerbezüge deckeln. Foto: dpaLupe

Steinbrück will die Managerbezüge deckeln. Foto: dpa

saf/HB BERLIN. „Es ist schon erstaunlich, wie Bundesfinanzminister Peer Steinbrück auf die Summe von 500 000 Euro kommt“, sagte der FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms dem Handelsblatt. Als Verwaltungsrat der staatlichen KfW habe Steinbrück erst vor kurzem das Gehalt von Bankchef Ulrich Schröder in Höhe von 815 000 Euro mit abgesegnet. „Steinbrück müsste jetzt die Frage beantworten, ob sich Herr Schröder auf eine Gehaltskürzung einstellen muss“, sagte Solms.

Auch aus der Wirtschaft kommt Widerstand gegen Steinbrücks Vorstoß. „Der Markt und die Eigentümer regeln das ganz gut selber“, sagte Porsche-Chef Wendelin am Mittwoch in Frankfurt. Er sei verwundert darüber, „dass die Politik beurteilen will, was ein Bankmanager wert ist“.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte im Zusammenhang mit dem Milliarden-Rettungspaket der Bundesregierung für die deutsche Finanzbranche erläutert, dass Banken Geld daraus nicht ohne Gegenleistung bekommen werden. Der Bund will unter anderem bei der Höhe der Entlohnung von Managern mitreden. Steinbrück hatte deutlich gemacht, dass er bei 500 000 Euro im Jahr - ohne Boni - eine Grenze ziehen möchte.

Wiedeking, der zu den Spitzenverdienern unter Deutschlands Managern gehört, hielt dem entgegen: „Wer einen guten Job macht, sollte gut verdienen.“ Es stehe allerdings außer Frage, dass ein Manager „abgestraft gehört, wenn es nicht vernünftig läuft“.

Steinbrück räumte ein, dass über konkrete Zahlen für Begrenzungen innerhalb der Koalition noch nicht gesprochen worden sei. 500.000 Euro sei seine Zahl, betonte der SPD-Politiker und fügte hinzu: „Auflagen halte ich für das Selbstverständlichste. Da muss man mal Proportionen herstellen“.

Steinbrück hält die aktuelle Finanzkrise für eine der gefährlichsten seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es gelte nun, Schaden vom Land abzuwenden, sagte der Minister im Bundestag bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs zum 500-Mrd.-Euro-Hilfspaket für die deutschen Geldinstitute. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigte die Milliardenhilfe in ihrer Regierungserklärung mit dem Argument, die Geldmärkte seien zuletzt faktisch funktionsunfähig gewesen.

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