Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lobte indes das Verhalten der Notenbanken. Laut Vize-Regierungssprecher Thomas Steg würdigte Merkel in einer Sitzung des Bundeskabinetts in Berlin die „professionelle und sehr gute Arbeit“ der Zentralbanken in den vergangenen Tagen und Wochen. Vor allem die US-Notenbank Fed hatte die Kreditwirtschaft massiv mit Geld versorgt und damit teilweise die Märkte beruhigt.
Mit Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Konjunktur ankurbeln würden, rechnen die Deutsche-Bank-Ökonomen erst im dritten Quartal 2008. Die EZB lehnt wegen der ausufernden Inflation Zinssenkungen ab. Frankreichs Notenbankchef Christian Noyer bekräftigte bei einer Rede in Frankfurt laut Manuskript seine Überzeugung, dass die EZB-Geldpolitik trotz erhöhten Inflationsdrucks weiterhin Preisstabilität gewährleisten kann. Der Chefvolkswirt des Münchner Ifo-Instituts, Gernot Nerb, plädierte gleichwohl für eine konzertierte Zinssenkung der Notenbanken.
„Bei der Überwachung und Lösung der eigenen Schwierigkeiten sind zunächst einmal die Banken selbst gefordert“, sagte dagegen Bundesbankpräsident Weber dem Handelsblatt. Er mahnte vor allem zu mehr Transparenz: „Alle Finanzmarktteilnehmer sind aufgefordert, zeitnah über ihre Risiken zu informieren.“
Henning Klodt vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) bekräftigte, die Ursachen könnten nur die Banken selbst beheben, „indem sie mehr Transparenz über ihre Bilanzrisiken herstellen“. Weber betonte: „Wir müssen auf jeden Fall vor dem Sommer erste Schlussfolgerungen aus den Turbulenzen ziehen.“

