Umstritten ist die Zinsbesteuerung auch politisch. Die Union lehnt sie großenteils ab. Wie Wiegard hält auch Unionsfraktionsvize Michael Meister (CDU) eine Einschränkung des Verlustabzugs grundsätzlich für falsch.
Die Länderfinanzminister wiederum sind gespalten. Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) lehnt eine umfangreiche Zinsbesteuerung ab, könnte sich aber mit einem vom Ansatz her ähnlich wirkenden Modell aus Bayern anfreunden: Das will Zinsverluste nur noch zu 60 Prozent anerkennen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hält Steinbrücks Modell für im Grundsatz richtig, will aber deutlich weniger als 50 Prozent der Zinsen besteuern. In die öffentliche Debatte um die Unternehmensteuerreform eingebracht wurde der Vorschlag im März vom Hamburger Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU). Auch der Finanzminister von Rheinland Pfalz, Ingolf Deubel (SPD), unterstützt es.
Das Handelsblatt stellt die Auswirkungen von Zinssteuern auf Firmen und Fiskus in einer dreiteiligen Serie vor. Am 31. Juli wurden die Sorgen der Industrie vor "Steuern auf Substanz" dargestellt. Morgen, 2. August, lesen Sie: "Kompromisssuche: Worauf sich die große Koalition einigen könnte."


