Steinbrücks Zusatzverdienste
Reden ist Gold

Seine Reden, Bücher und Aufsichtsratsmandate machen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zum Rekordhalter in Sachen Nebenverdienst. Die Details erklärt er zur Privatsache - und liefert den Gegnern so Wahlkampfmunition.
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Düsseldorf698.945 Euro hat der frisch nominierte Kanzlerkandidat der SPD in der laufenden Legislaturperiode allein mit seinen Nebeneinkünfte verdient – mindestens. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es doppelt oder dreifach so viel ist. Peer Steinbrück könnte bis zu 1,5 Millionen Euro seit 2009 verdient haben, berechnet Martin Reyher von abgeordentenwatch.de. Damit ist Peer Steinbrück, Kanzlerkandidat der SPD, unangefochtener Rekordhalter der Dazuverdiener unter den Abgeordneten im Bundestag.

Natürlich weist der Ex-Finanzminister seine Einkünfte pflichtgemäß aus. Auf der Seite des Bundestages kann man das nachlesen. Der Haken an der Sache: Nebeneinkünfte werden nur in Kategorien angegeben. Unter die höchste Einstufung – Kategorie 3 – fallen alle Einkünfte über 7.000 Euro. Genauer muss niemand die Beträge angeben – auch nicht Peer Steinbrück – egal, ob er nun 7.000 oder 70.000 Euro bekommen hat.

Zweites Problem: Es sind vor allem Reden, mit denen Steinbrück zusätzlich Geld verdient hat. Redner werden allerdings häufig über Agenturen vermittelt, der eigentliche Auftraggeber wird nicht bekannt. Bei wem der SPD-Kanzlerkandidat nun hinter dem Rednerpult stand, ist also nicht transparent. Hinzu kommt: Normalerweise werben diese Agenturen mit ihren prominenten Rednern. Bei einer der Agenturen, die Steinbrück vertritt, sei das jedoch nicht der Fall, sagt Reyher. Was dem Ganzen etwas Undurchsichtiges verleihe.

Hinzu kommen Vorwürfe, Steinbrück habe auch für ein Interview Geld verlangt und bekommen; seine Abgeordnetentätigkeit habe unter seinen Redeengagements gelitten; und dann die Weigerung des Kandidaten, sein Einkommen komplett offenzulegen. Aber der Reihe nach.

Kommentare zu " Steinbrücks Zusatzverdienste: Reden ist Gold"

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  • Steinbrück war lange in der Aufsicht bei der WestLB und hat versagt.
    nachlesen...
    http://www.focus.de/politik/deutschland/westlb-affaere-kontrolleur-
    ohne-kontrolle_aid_197775.html

    Für mich keine Alternative zur jetzigen Kanzlerin.

  • Wer so intensiv versucht die Diskussion unter die Gürtelline zu ziehen muß vor Peer Steinbrück wirklich Angst haben.

    Der Mann legt ein Rentenkonzept vor, um endlich das Problem Altersarmut anzugehen, dass die Merkel-Regierung seit 3 Jahren aussitzt. Der Man geht das Thema Banken an und macht konkrete Vorschläge, was die Merkel-Regierung seit 2 Jahren nicht hinbekommen hat, und was wird diskutiert: dass Peer Steinrück bezahlte Vorträge gehalten hat. Jeder Rechtsanwalt und jeder Steuerberater hat schon mal einen bezahlten Vortrag gehalten und das durchaus auch bei Mandanten.

    Sind das Rentenkonzept und der Bankenplan von Herrn Steinbrück so gut, dass die Konzepte nur unter der Gürtellinie zu diskutieren sind ?

  • Mr. Steinbrück steht persönlch für alles, was die SPD vehement anprangert. Viel Erfolg mit diesem Kandidaten!!

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