1 Bewertung *****
02.07.2008 
Europa in der Krise

Steinmeier verteidigt EU-Vertrag

Die EU ist kein „politischer Scherbenhaufen“ – das beteuert Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und zeigt sich überzeugt, dass der EU-Vertrag von Lissabon vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben wird.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verteidigt den Vertrag von Lissabon. Foto: dpaLupe

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verteidigt den Vertrag von Lissabon. Foto: dpa

HB BERLIN. „Ich bleibe zuversichtlich: Wir haben einen guten Vertrag, der Europa fit für die Zukunft macht. Einen Vertrag im Einklang mit dem Grundgesetz“, sagte der SPD-Politiker der „Bild“-Zeitung,

Der Minister reagierte damit auf die Ankündigung von Bundespräsident Horst Köhler, vor seiner Unterschrift unter das Gesetz das Votum des Verfassungsgerichts abwarten zu wollen.

Der SPD-Politiker wies zugleich den Eindruck zurück, die EU stehe nach dem Nein der Iren und dem Widerstand des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski vor einem politischen Scherbenhaufen: „Natürlich hat das Ergebnis aus Dublin die EU in eine schwierige Lage gebracht. Aber: Schon heute haben 20 von 27 Mitgliedstaaten dem Vertrag ratifiziert, andere werden in den nächsten Wochen folgen. So sieht kein Scherbenhaufen aus.“

Überlegungen, eine andere rechtliche Grundlage an die Stelle des Lissabon-Vertrages zu setzen, lehnte Steinmeier ab: „Für mich bleibt der Vertrag von Lissabon die beste Grundlage für ein starkes Europa, das sich in der Welt behauptet – deswegen müssen wir ihn erhalten.“

Daran arbeite die neue französische EU-Präsidentschaft mit Hochdruck. Dabei habe sie die volle Unterstützung Deutschlands.

Der EU-kritische tschechische Präsident Vaclav Klaus hat unterdessen seinen polnischen Kollegen Lech Kaczynski unterstützt. Die Stellungnahme Kaczynskis sei „sehr sinnvoll“ und „nahe“ seiner eigenen Position, hieß es am Dienstag in einer kurzen Pressemitteilung aus der Prager Präsidialkanzlei.

Klaus vertrete weiterhin die Ansicht, dass die Ratifizierung des Lissabon-Vertrags derzeit eine „Frage der Unmöglichkeit“ sei.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Steinmeiers Freunde und F...

    Steinmeiers Freunde und Feinde

    Alles läuft auf ihn zu: Frank-Walter Steinmeier könnte die SPD bei der Wahl 2009 anführen. Doch nicht alle führenden Genossen sind ihm wohl gesonnen. Wie jeder Politiker hat auch Steinmeier parteiinterne Gegner und Unterstützer. Seine Freunde und Feinde im Überblick. Bildergalerie 

  • „Datendieben den Garaus m...

    „Datendieben den Garaus machen“

    Auf einem Gipfeltreffen, das heute in Berlin stattfindet, suchen die Bundesregierung und Verbraucherverbände Wege, den illegalen Handel mit Kundendaten einzudämmen. Unternehmen fürchten das Verbot und warnen vor zu viel Regulierung. Einen Kompromiss zu finden könnte sc...Bildergalerie 

  • McCain begeistert die Rep...

    McCain begeistert die Republikaner

    Hurrikan Gustav und eine Schwangerschaft wirbelten den Parteitag der Republikaner durcheinander. Doch Vizekandidatin Palin begeisterte trotz des Familien-Skandals. Das Parteitreffen rundete dann John McCain mit einer umjubelten Rede ab.Bildergalerie 

  • Krönung und Konfetti

    Krönung und Konfetti

    Der Parteitag der Demokraten ist im vollen Gang. Die Show in Denver soll Begeisterung und Siegesgewissheit vermitteln. Es geht darum, die Herzen der Amerikaner zu gewinnen. Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Mac bleibt Mac - aber reicht das?  Artikel in Merkliste

05.09.2008 von Georg Watzlawek

John McCain ist sich bei seiner Abschlussrede auf dem Parteitag der Republikaner treu geblieben. Auf direkte Angriffe auf seinen Konkurrenten Barack Obama verzichtet er. Allerdings auch auf jeden konkreten Verweis, wie er seine Lebenserfahrung zum Wohle der Amerikaner im Inneren einsetzen will. Kommentar