Stellvertretender Fraktionschef will sich auf Tätigkeit als Anwalt konzentrieren
Merkel: Merz' Schritt ist ein wenig traurig

Nach jahrelangem Machtkampf mit Partei- und Fraktionschefin Angela Merkel will sich Friedrich Merz zum Jahresende aus allen CDU-Führungspositionen zurückziehen. Die CDU-Spitze versucht nun, den stellvertretenden Unions-Fraktionsvorsitzenden von seinem geplanten Rückzug abzubringen.

HB BERLIN. „Ich hoffe, er lässt sich noch umstimmen“, sagte CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer am Dienstag in Düsseldorf vor einer Sitzung des Geschäftsführenden Landesvorstandes der nordrhein-westfälischen CDU. Merz verfüge über große fachliche Qualitäten. Sein Rückzug wäre ein Verlust für die gesamte Union.

Der Chef der NRW-CDU, Jürgen Rüttgers, sagte allerdings der Nachrichtenagentur Reuters, er habe mit Merz schon telefoniert. „Mein Bemühen, ihn umzustimmen, war leider nicht erfolgreich“, sagte er. Merz hatte zuvor in einem Brief an CDU-Chefin Angela Merkel angekündigt, zum Jahresende seine Unions-Spitzenämter aufzugeben. Ein Sprecher der NRW-CDU sagte, Merz werde nicht an der Sitzung des Landesvorstandes teilnehmen.

Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz will sich aus der Führung der CDU und der Bundestagsfraktion zurückziehen. Er werde im Dezember nicht mehr für das CDU-Präsidium kandidieren und zum Jahresende sein Amt als stellvertretender Vorsitzender der Unions-Fraktion aufgeben, teilte Merz in einem am Dienstag veröffentlichen Brief an Merkel mit. Er werde aber Bundestagsabgeordneter bleiben und sich in den kommenden Wochen weiter dafür einsetzen, dass die CDU ihre Sozialreformpläne durchsetzen könne. „Dies wird nach meiner Einschätzung im Interesse der Union umso besser gelingen, je weniger einzelne Sachfragen von Personalfragen überlagert sind“, schrieb Merz, dessen Verhältnis zu Merkel als gespannt gilt. Merz schloss allerdings nicht aus, in Zukunft wieder Führungsämter zu übernehmen.

Die CDU-Vorsitzende hatte Merz nach der Bundestagswahl 2002 von der Spitze der Unions-Bundestagsfraktion verdrängt. Erst nach langem Zögern war Merz bereit, den Posten eines stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden zu übernehmen. Unklar ist, wer nun Merz' Nachfolger als Merkel-Stellvertreter wird. Vor zwei Jahren war der ehemalige Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU) für den Posten im Gespräch. Wissmann ist derzeit Vorsitzender des Bundestags-Europaausschusses.

Merkel sagte am Abend auf einer CDU-Regionalkonferenz in Mainz: „Es ist ein Schritt, der zu bedauern ist und auch ein wenig traurig ist.“ Merz sei einer der profiliertesten Politiker der Union und habe zugesagt, in der Steuer- und Finanzpolitik weiter mit ganzer Kraft arbeiten zu wollen.

Seite 1:

Merkel: Merz' Schritt ist ein wenig traurig

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%