Stephanie zu Guttenberg
Ministergattin kämpft als TV-Expertin gegen Kinderschänder

Stephanie zu Guttenberg kämpft an vielen Fronten gegen Kindesmissbrauch: jetzt auch als Expertin bei RTL II. Die Frau des Verteidigungsministers hofft auf mehr Unterstützung im Vorgehen gegen Sex-Straftäter. Zu ihrem Auftritt gibt es auch kritische Stimmen.
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HB BERLIN. Ministergattin Stephanie zu Guttenberg fordert jetzt auch in einer Fernsehsendung eine härtere Gangart beim Kampf gegen Kindesmissbrauch. "Das Thema darf nicht zu lax gehandhabt werden", sagte die Frau von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Donnerstag in Berlin. Dort präsentierte sie mit anderen die neue RTL-II-Sendung "Tatort Internet - Schützt endlich unsere Kinder".

Die 33-Jährige forderte erneut vom Gesetzgeber mehr Schärfe. Es sei ein Unding, dass nicht alle Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern strafrechtlich als Verbrechen eingestuft würden. Zu Guttenberg hat selbst zwei Kinder. Sie engagiert sich schon lange für den Kampf gegen sexuellen Missbrauch. Seit 2009 ist zu Guttenberg Präsidentin der deutschen Sektion des internationalen Vereins "Innocence in Danger". Erst vor rund drei Wochen stellte sie ihr Buch "Schaut nicht weg! Was wir gegen sexuellen Missbrauch tun müssen" vor.

"Es bedarf eines Schulterschlusses von Politik und Wirtschaft, damit wir die wichtige Arbeit für unsere Kinder und unsere Gesellschaft leisten können", forderte die 33-Jährige, die bei der ersten Episode von "Tatort Internet" am Donnerstagabend als Co- Moderatorin und Expertin auftreten wollte.

Durch die zehn Folgen der Serie führt der ehemalige Innensenator von Hamburg, Udo Nagel. In dem Format geht es um die Jagd nach Tätern, die sich Kindern im Netz nähern. Gegenwind für das dokumentarische Format der Sendung gibt es bereits. "Tatort Internet" schaffe "offenbar einen neuzeitlichen Pranger, um potenzielle Kinderschänder bloßzustellen", kritisierte die medienpolitische Sprecherin der Grünen, Tabea Rößner.

Auf die Frage, warum sie gerade bei dem Privatsender RTL II auftrete, der wegen seiner Formate oft in der Kritik steht, sagte die Ministerfrau: "Sie brauchen etwas, damit sich die Leute auch ein Thema wie versuchter sexueller Missbrauch "antun"." Es gehe hier nicht um das Reißerische, sondern um die Aufklärung. Der Privatsender RTL II, der mit neuen Sendungen zuletzt wenig Glück hatte, sucht mit dem prominenten Beistand der Adligen einen Weg aus der Krise.

Das Internet hält Stephanie zu Guttenberg beim Thema Kindesmissbrauch für bedrohlich. "Wenn sie innerhalb von zwei Minuten über einen Chatroom einen einschlägigen Kontakt aufbauen können, ist die Gefahr groß", sagte sie. Um die Internet-Gewohnheiten ihrer Kinder im Blick zu haben, stehe der Computer der zu Guttenbergs daher in der Küche.

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