Sterbebegleitung
Das Recht auf den eigenen Tod

Mehr als 500 000 Menschen bräuchten jährlich in Deutschland Sterbebegleitung, sagen Experten. Weniger als 100 000 bekommen sie. Die Jungen Liberalen wollen auch Kindern das Recht auf selbstbestimmtes Sterben einräumen.
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Die Jungen Liberalen haben sich dafür ausgesprochen, auch für unheilbar kranke Kinder aktive Sterbehilfe zu ermöglichen. Sie fordern, eine rechtliche Grundlage zu schaffen. Doch der Bundestag wird wohl erst in einem Jahr über die gesetzliche Regelung zur Sterbehilfe entscheiden. Die abschließende Debatte soll im vierten Quartal 2015 stattfinden, wie die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Eva Högl am Freitag sagte. Högl und die SPD-Abgeordneten Kerstin Griese legten ein Positionspapier vor, in dem ein Verbot von Sterbehilfe-Vereinen verlangt wird. Eine ähnliche Initiative gab es bei den Grünen.

Am 13. November diesen Jahres soll es eine „Orientierungsdebatte“ im Plenum geben, in der die Abgeordneten unabhängig von Fraktionsgrenzen ihre Positionen darlegen können. Bei der Entscheidung im kommenden Jahr soll kein Fraktionszwang gelten. „Wir brauchen für diese Debatte auch Zeit“, sagte Högl. „Es geht nicht darum, dass wir in den nächsten paar Wochen oder Monaten eine Lösung finden.“

Nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO bräuchten 60 Prozent der Schwerstkranken eine professionelle Sterbebegleitung. Tatsächlich hätten nur 15 Prozent der jährlich 870 000 Sterbenden in Deutschland eine solche Hilfe erfahren, sagte Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz in Dortmund.

Die Stiftung Patientenschutz fordert einen Masterplan zum Ausbau einer professionellen, mobilen Sterbebegleitung und die Einführung einer besonderen Pflegestufe für Sterbende. Die Mehrkosten, die auf die Sozialkassen zukämen, beziffert sie auf eine Milliarde Euro im Jahr. „Ich glaube, dass das Geld gut angelegt ist“, sagte Brysch. „Heute zahlen wir ein Mehrfaches für unnötige Chemotherapien oder Operationen.“ Zudem sei eine eigene Pflegestufe notwendig. „Die Sozialkassen müssten 5000 Euro pro Monat zusätzlich für die letzten Lebenswochen bereitstellen.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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