Steuer- und Abgabenlast in Deutschland
Allianz-Chefvolkswirt will Steuersenkung für Geringverdiener

Um der lahmenden Konjunktur aufzuhelfen, empfiehlt der Chefvolkswirts der Allianz-Gruppe, Michael Heise, eine Steuersenkung für Bezieher niedriger Einkommen.

HB FRANKFURT. „Gerade die unteren Einkommensschichten sind konsumstark, geben also von ihrem Einkommen einen großen Teil gleich wieder aus“, sagte Heise nach Angaben der „Berliner Zeitung“. Mit Blick auf die Geringverdiener meint Heise: „Gibt man ihnen mehr Geld, springt auch die Binnenkonjunktur an.“

Bis zum Jahresende rechnet die Allianz-Gruppe nach den Worten des Ökonomen mit einem sehr schwachen Wirtschaftswachstum in Deutschland. „Am wahrscheinlichsten ist nicht die Rezession, sondern eine Stagnation im zweiten Halbjahr – also ein sehr schwaches Wachstum, eine schwarze Null“, sagte Heise. Gebe der Ölpreis weiter nach, bestehe für Deutschland die Chance, wieder Fahrt aufzunehmen. Die Allianz-Gruppe prognostiziert weiterhin ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent für dieses Jahr und für das kommende Jahr von 1,7 Prozent.

Unabhängig von der aktuellen Konjunktursituation forderte Heise eine Steuerreform als notwendige Korrektur der sogenannten kalten Progression. Inflationsbedingt steige die Steuerbelastung, obwohl die Einkommen real stagnierten. Besonders für niedrige und mittlere Einkommen sei die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch, „das muss sich ändern“.

Eine Steuerreform ist laut Heise dringend erforderlich und „kein Strohfeuer, mit dem ziellos Milliarden unproduktiv in die Wirtschaft gepumpt werden“. Wenn sich die Lage an den Rohstoffmärkten beruhige, die Inflation sinke und die Lohnsteigerungen real ankämen, dann würde auch die Binnenkonjuktur anspringen.

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